Ratssitzung: Elternbeiträge werden erhöht

Schulpolitik: Kranenburg: Offener Ganztag wird teurer

Der Gemeinderat beschloss ein neues Modell für die Elternbeiträge zur Schulbetreuung.

In der Gemeinde Kranenburg gibt es ab dem 1. August 2018 ein neues Modell zur Berechnung der Elternbeiträge für den Offenen Ganztag. Dies hat der Rat am Donnerstagabend beschlossen. Wie viel die Eltern für die Teilnahme ihres Kindes am Offenen Ganztag zahlen, ist nach wie vor vom Einkommen abhängig. Bisher gab es fünf Einkommensstufen: Die niedrigste verlangte monatliche Elternbeiträge in Höhe von 10 Euro, die höchste in Höhe von 85 Euro – jeweils für das erste Kind, während die ersten beiden Geschwisterkinder für alle Einkommensstufen gebührenfrei gewesen sind.

Zum 1. August wird die Zahl der Einkommensstufen nun auf acht erhöht. Bei einem Einkommen bis 15.000 Euro betragen die Gebühren künftig 12 Euro monatlich, bei mehr als 85.000 Euro im Jahr sind es 160 statt 85 Euro pro Monat. Die Gebühr für die ersten beiden Geschwisterkinder entfällt weiterhin in den ersten drei Stufen, also bis zu einem Jahreseinkommen in Höhe von 36.800 Euro. Wer die dritte Einkommensstufe überschreitet, der zahlt künftig 50 Prozent pro Geschwisterkind.

Im vergangenen Jahr haben 312 Kinder das Offene Ganztagsangebot in der Gemeinde genutzt – 130 in der St. Georg Grundschule Nütterden und 182 in der Christophorus Gemeinschaftsgrundschule Kranenburg. Die durchschnittliche Gebühr lag bei 43,53 Euro.

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Dass es bei den Ganztags-Gebühren Handlungsbedarf gibt, hatte am Donnerstag vor der Ratsentscheidung auch die Gemeindeprüfungsanstalt NRW (gpa) deutlich gemacht, die ihren fünfjährlichen Prüfungsbericht für Kranenburg dem Rat vortrug. „Mit 793 Euro erreicht der Fehlbetrag OGS der Gemeinde Kranenburg im interkommunalen Vergleich einen überdurchschnittlichen Wert“, erklärte Projektleiter Thorsten Mindel und empfahl eine Anhebung der Elternbeitragsquote „in Richtung Maximalwert“.

Insgesamt bescheinigte die Prüfungskommission um gpa-Vizepräsidentin Simone Kaspar der Gemeinde aber eine „deutlich überdurchschnittliche“ Haushaltsituation.

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