Wülfrath: Anwohner sind wütend über Ruhestörung

Wülfrath: Anwohner sind wütend über Ruhestörung

Anwohner der Wiedenhofer Straße ärgern sich schon lange über Ruhestörungen durch ein türkisches Café in der Altstadt. Jetzt sind sie mit ihrem Anliegen an die Öffentlichkeit gegangen und haben es der Stadtverwaltung in der Einwohnerfragestunde des Ausschusses für Umwelt und Ordnung vorgetragen.

Die Verwaltung zeigte sich überrumpelt vom Zorn der Bürger und reagierte ausweichend.

Das Problem bestehe inzwischen schon seit fast zwei Jahren, erklärt Volker Alius, Sprecher der Anwohnerschaft. Das Café öffne täglich um die Mittagszeit, und sofort steige ein Lärmpegel, der durch den "Schornsteineffekt" in die Wohnungen der umliegenden vierstöckigen Häuser eindringe. Es werde gegrölt und geklatscht nicht nur bis Mitternacht, sondern bis in die frühen Morgenstunden. Der Gaststätte liege sogar eine Genehmigung zur Außengastronomie vor. "Eigentlich darf der Betreiber Tische und Stühle erst ab dem 1. Juli nach draußen stellen, aber es geht schon seit zwei Wochen rund vor dem Laden", hat Anwohnerin Dunja Urbach beobachtet. Der Lärmpegel könne eigentlich durch ein normales Café nicht entstehen, weshalb die Betroffenen vermuten, dass dort illegales Glücksspiel stattfindet.

Anwohner klagen über Schlafmangel durch die nächtliche Ruhestörung. "Ich schlafe nur vier Stunden pro Nacht und das, wo ich berufstätig bin", sagt Dunja Urbach. Auch ihre 13-jährige Tochter sei betroffen. "Es ist schon zur Gewohnheit geworden, dass ich jeden Abend gegen 23.30 Uhr die Polizei anrufe", so Urbach. Das Ordnungsamt habe alleine in den letzten zwei Monaten 20 Einsätze gefahren, doch es habe sich nichts gebessert. "Ich habe mit der Tochter des Besitzers gesprochen, die sehr aufgeschlossen war", schildert Dunja Urbach. "Aber an ihren Vater war kein Herankommen möglich." Inzwischen habe sie schon ein ungutes Gefühl, dort nur vorbeizugehen. "Die Zustände sind unhaltbar", sagt Volker Alius.

Der Erste Beigeordnete Rainer Ritsche gestand in der Sitzung des Ausschusses, dass ihn die Vorwürfe unvorbereitet träfen. "In dieser Dichte sind mir die Einsätze bisher nicht bekanntgeworden." Es handele sich hier um einen Konflikt zwischen Anwohnern und gewerblichen Interessen, erklärt der Kämmerer. Doch Ritsche versichert, das Problem sei bei der Stadtverwaltung angekommen, und es würden nun verschiedene Maßnahmen geprüft werden.

Dem Leiter des Ordnungsamtes Sebastian Schorn ist die Thematik unterdessen bekannt. Er spricht von einem "Drahtseilakt". "Ich kann und darf nichts zum Verfahrensstand sagen", erklärt Schorn. Klar sei jedoch, dass man nicht so einfach eine Gaststätte schließen könne.

Mit diesen Aussagen wollten sich die Anwohner nicht zufrieden geben. Sie wollen nun Strafanzeige gegen den Ladenbesitzer wegen Körperverletzung stellen. "Wir haben das mit der Polizei abgesprochen", sagt Volker Alius. "Die hat uns auch dazu geraten und sieht gute Erfolgsaussichten."

(tpp)