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Stadt Willich: Abgespeckter Wettbewerb für den Markt

Stadt Willich : Abgespeckter Wettbewerb für den Markt

Die Willicher Verwaltung drängt auf ein zügiges Vorgehen bei der Umgestaltung des Willicher Marktes: Ein abgespeckter Gestaltungswettbewerb soll helfen, Fristen einzuhalten.

Die Zeit drängt: Wenn die Stadt Fördermittel vom Land für die Umgestaltung der Willicher Innenstadt bekommen will, muss sie den Antrag auf die Fortsetzung der Förderung des "integrierten Handlungskonzeptes" für die Willicher Innenstadt bei der Bezirksregierung Anträge bis zum 1. Juli 2015 einreichen. Dann kann die weitere Förderung noch 2015 stattfinden - sonst wäre der nächste Termin im Folgejahr.

Vor diesem Hintergrund hat die Willicher Verwaltung den Mitgliedern des Planungsausschusses jetzt einen anderen Weg für den Entwurfsprozess zur neuen Gestaltung des Marktes vorgeschlagen: Sie will statt eines "Wettbewerbs-Verfahrens" ein "wettbewerbsähnliches Verfahren" durchführen. Der Unterschied: Das Wettbewerbsverfahren ist, so die Verwaltung in ihrer Vorlage, "aufwendig, teuer und zeitlich langwierig". Relevant ist vor allem, dass der Wettbewerbsgewinner dann auch einen Anspruch auf den Folgeauftrag der Entwurfsausarbeitung hat und es so wegen der Koppelung der Honorar- an die Baukosten "häufig zu vergleichsweise teuren Maßnahmen kommt", so die Verwaltung. Nach Rücksprache mit dem Büro Pesch und Partner, die das integrierte Handlungskonzept für Willich entwickelt hatten, erfüllt der "wettbewerbsähnliche" Verfahrensweg ebenfalls die Anforderungen, die die Bezirksregierung als Bewilligungsstelle der Fördermittel stellt.

Bei dem wettbewerbsähnlichen Verfahren werden Fachbüros - die Willicher Verwaltung denkt an vier leistungsfähige Büros/Arbeitsgemeinschaften - ausgewählt, die an einem zweitägigen Workshop in Willich teilnehmen.

Bevor dieser Workshop stattfindet, soll die "Stadtschmiede" in mehreren Terminen mit verschiedenen Interessensgruppen (Einzelhandel und Dienstleister, Anwohner, Eigentümer, Gastronomie, Veranstalter von Festen wie dem Schützenfest und der Kirche) deren Wünsche und Anregungen zur Gestaltung des Marktplatzes aufgenommen und zu einem Anforderungskatalog zusammengefasst haben. Zu Beginn des Workshops wird die Aufgabenstellung erläutert, dann bearbeiten die Teams die Aufgabenstellung.

Am Abend des zweiten Workshop-Tages werden die Zwischenergebnisse öffentlich präsentiert und diskutiert. Danach haben die Büros Zeit, in einer Frist von etwa zehn Tagen die Anregungen aufzuarbeiten und ihr jeweiliges Konzept fertigzustellen. Diese werden wiederum präsentiert und von einer Jury aus Kommunalpolitikern und Fachrichtern (im Verhältnis 4 zu 5) bewertet. Diese Ergebnisse werden wiederum in einer Sitzung des Planungsausschusses im Mai beraten und entschieden. Die bevorzugte Variante soll im Juni ausgearbeitet und dann zur Basis für die Fördermittelbeantragung werden.

Die Politiker im Ausschuss nahmen diese Idee auf und waren im Prinzip dafür. Christian Winterbach (Grüne) wollte, dass die Verwaltung per Anfrage an die Bezirksregierung sicherstellt, dass dieser Weg die Förderfähigkeit des Gesamtprojektes erhält. Die Technische Beigeordnete Martina Stall erklärte auf Nachfrage von Wolfgang Dille (CDU), dass die Gespräche mit den Interessensgruppen - zum Beispiel mit dem ASV Willich - Themen wie die Frage, wie viele Energiesäulen auf dem Platz notwendig sind, aufgreifen sollen. Nicht infrage gestellt wird der Grundsatzbeschluss, den Markt für den Durchgangsverkehr zu sperren und die Parkmöglichkeiten abzuschaffen - wofür sich ja im September eine knappe Mehrheit der Willicher Bevölkerung in der Bürgerbefragung ausgesprochen hatte. Auch die FDP - die im Prinzip weiter gegen einen autofreien Markt ist - ist für dieses Workshop-Verfahren. Daher fiel letztlich die Entscheidung für das "wettbewerbsähnliche Verfahren" einstimmig.

(djm)