Gebühren in Wesel: Beim Grünschnitt kommt es auf die Menge an

Bürgermonitor : Abgabe von Grünschnitt in Wesel nicht immer kostenlos

Der Weseler Hans Hübner musste beim Betriebshof für eine größere Menge Grünschnitt bezahlen. Der städtische Betrieb ASG erklärt, welche Regeln gelten.

Der städtische Betrieb ASG Wesel (Abfall, Straße, Grünflächen) ist bekannt für seine Dienstleistungen, die das Leben leichter machen. Das gilt neben Müllabfuhr und flotten Reaktionen auf Schandflecken besonders für den Wertstoffhof. Hier kann man vieles sorgenfrei abliefern, aber nicht immer kostenlos. Diese Erfahrung machte unlängst RP-Leser Hans Hübner, der für betagte Bekannte die Gärten in Ordnung hält, weshalb er öfter Grünschnitt zur Annahmestelle bringen muss. Dass ab einer bestimmten Menge Gebühren zu entrichten sind, war dem Weseler bislang fremd. Nur drei Säcke dürfe er kostenfrei zum ASG bringen. Im Auto hat er aber Platz für sechs. „Wenn ich jetzt weniger einlade und dafür öfter fahre, ist das doch auch nicht gut für den Klimaschutz“, sagt Hübner, der zuletzt zweimal auf die Gebühr angesprochen worden ist. „Denken die, ich sei ein kommerzieller Anlieferer?“

Tatsächlich ist es so, dass es die einst komplett kostenfreie Grünschnitt­annahme in Wesel schon ein paar Jahre nicht mehr gibt. Dabei kommt es auf die Menge an. Wie Betriebsleiterin Annette Mücke auf Anfrage erläutert, sind drei Säcke à 100 Liter beziehungsweise eine Kofferraumladung weiterhin gebührenfrei. Darüber hinaus werden bis 500 Liter fünf Euro fällig, je Kubikmeter dann zehn Euro. So steht es in der Gebührensatzung zur Abfallentsorgungssatzung der Stadt Wesel (§ 7, g). Abgesehen von der Dehnbarkeit des Begriffs Kofferraumladung besteht für einen Anlieferer, der an einem Tag dreimal – morgens mittags, abends – den Wertstoffhof an der Werner-von Siemens-Straße ansteuert, die Möglichkeit, dass er nichts bezahlen muss.

Wie oft Kunden zur Kasse gebeten werden, zeigt ein Blick in die Statistiken des ASG: Bis Ende September haben 75.694 Anlieferungen von kostenfreien Mengen bis 300 Liter stattgefunden. Ferner schlugen 2719 private Kunden mit Zahlungen von fünf Euro zu Buche. Darüber hinaus kamen 21 Gewerbliche mit jeweils zehn Gebühr in die Bücher sowie 53 mit 20 Euro. Die Zahlen dürften sich laut Annette Mücke bis zum 31. Dezember auf dem Vorjahresniveau einpendeln. 2018 wurden 102.636 kostenfreie Anlieferungen gezählt sowie 4478 Private mit „Übergepäck“ zu fünf Euro. 2017 kamen 133.738 freie Ladungen bis 300 Liter auf den Hof und gebührenpflichtige 4140 bis 500 Liter.

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