Und Wesel hat doch ein Problem mit Drogen

Kommentar zur Woche : Und Wesel hat doch ein Problem mit Drogen

Wesel hat, so wie viele andere Städte auch, natürlich ein Problem mit Drogen. Das mögen Polizei und Ordnungsamt zwar anders sehen und auch so kommunizieren. Fakt ist jedoch, dass unsere Redaktion auf die Berichterstattung über Drogenverkäufe im umgestalten Kasinogarten Anrufe von Lesern erhalten hat, die die Ergebnisse der Recherche nur bestätigen.

Und es wurden weitere Orte benannt, an denen am hellichten Tag Drogen angeboten werden. Zu diesen zählen der Heubergpark, das Umfeld der Turnhalle an der Böhlschule und der Spielplatz am Mölderplatz. Dass dort gelegentlich Spritzen im Sand entdeckt werden, bestätigt sogar die Polizei.

Zugegeben: Verglichen mit der Drogenszene in Großstädten, ist in Wesel die Welt sicherlich noch halbwegs in Ordnung. Doch wenn Jugendliche, junge Erwachsene und mittlerweile auch Menschen der Generation Ü 60 auf offene Straße gefragt werden, ob sie etwas brauchen, ist es an der Zeit, diesem Treiben einen Riegel vorzuschieben. Betroffene sind deshalb aufgerufen, ihre Erlebnisse den Ordnungsbehörden unmittelbar mitzuteilen, auch wenn sie insgeheim glauben, dass sie niemand richtig ernst nimmt. Oder sie wenden sich an die für sie zuständigen Kommunalpolitiker, die ihrerseits das Thema in den Fachausschüssen diskutieren und Lösungsvorschläge erarbeiten könnten, wie man künftig mit dem Problem umgehen sollte.

Doch nicht nur mit dem Thema Drogenhandel sollte sich die Weseler Politiker künftig intensiver beschäftigen, sondern auch Antworten auf die Frage finden, wie Vandalismus Einhalt geboten werden kann. Das ist auch so ein Thema, das vielen Menschen auf den Nägeln brennt, Dass kürzlich die Infotafel am Schilldenkmal in den Lippewiesen von Unbekannten zum wiederholten Male mutwillig zerstört wurde, sollte Anlass genug sein, die Situation in Wesel einmal kritisch zu beleuchten.

Blinde Zerstörungswut, deren (finanziellen) Folgen die Allgemeinheit tragen muss, sorgt für Fassungslosigkeit. Der Ruf nach mehr Kontrollen wird lauter. Politik und Verwaltung sollten ihn hören – und handeln.

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