Jubiläumskonzert: Der Schermbecker Frauenchor "bella musica" feiert 20-Jähriges

20 Jahre Chor – zwei Stunden Musik : So war das Jubiläumskonzert von „bella musica“

1999 gründete sich der Schermbecker Chor „bella musica“. Das Jubiläum feierten die Sängerinnen mit einem Konzert – und holten sich dafür auch musikalische Unterstützung.

Lang anhaltender Applaus ertönte am Samstagabend im proppevollen Saal der Gaststätte Ramirez. So bedankten sich die Zuhörer beim Frauenchor „bella musica“ für ein gelungenes und abwechslungsreiches Konzert. Der Frauenchor feierte mit dem Auftritt sein 20-jähriges Bestehen.

Ein Teil der Ovationen galt sicherlich auch der geschmackvollen Gestaltung des Festraumes: Blumen, Noten und Notenschlüssel verzierten die Wände ebenso wie rote Herzen auf schwarzem Untergrund – die Vereinsfarben von „bella musica“.

Den Auftakt machte „bella musica“ mit der „Barcarole“ aus Jacques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“. Mit traumhaften Klängen im Sechs-Achtel-Takt erinnerten die Sängerinnen an ihre bewegte musikalische Geschichte. Vor 19 Jahren bei ihrem ersten öffentlichen Konzert im Mai 2000 in der Aula der Gesamtschule hatten sie „Barcarole“ zum ersten Mal erklingen lassen. Auch mit den Stücken, die noch folgen sollten, verbindet der Chor eine kleine Geschichte: Das Lied „Those were the days“, das auf einer über 100 Jahre alten russischen Melodie basiert und durch Mary Hopkins 1968 bekannt wurde, erhielt seinen Platz im etwa zweistündigen Programm, weil es jene „Aufbruchsstimmung“ beschrieb, die „bella musica“ nach der Gründung im August 1999 erlebte und die sich unter den Dirigenten Alfons Düsterhus (1999-2005), Bernhard Wiemeyer (2005-2007), Michael Hartel (2008-2017) und Georg Küper (seit 2018) systematisch fortsetzte.

Das Repertoire des Frauenchors ist vielseitig – das machten die Damen am Samstag deutlich. Das ruhige „Moon River“, das sehnsuchtsvolle „I‘m Sailing“, „Reality“ vom Soundtrack des französischen Film „La Boum – Die Fete“ trugen die Sängerinnen ebenso brillant vor wie den „Kriminal-Tango“ – ein Ausflug in eine schummerige Taverne, für den sie sogar dunkle Sonnenbrillen trugen. Etwas gewöhnungsbedürftig war der Start des „ABBA-Medley“. Erst bei den Ohrwürmern „Mamma Mia“ und „Waterloo“ wich das anfänglich eigenwillige Arrangement der gewohnten Party-Stimmung der 1970er.

Eng wurde es auf und an der Bühne, als der Frauenchor „bella musica“ gemeinsam mit Mitgliedern der beiden Schermbecker und Gahlener Männerchöre das Lied „Butterfly“ sang. Foto: Helmut Scheffler

In vier Musikblöcken bewiesen die Sängerinnen, dass zur Interpretation von Liedern mehr als nur der Kehlkopf gehört: Mit dem ganzen Körper interpretierten sie Rhythmen ebenso wie Inhalt der Musikstücke.

Ganz ohne Männer ging es bei diesem Frauenkonzert aber nicht. Musikalische Unterstützung kam von den Männerchören „Eintracht Schermbeck“ und „Gahlen-Dorf“, unter Leitung ihres gemeinsamen Dirigenten Jörg Remmers. Der „Eintracht“-Vorsitzende Dr. Wolfgang Kimpenhaus gratulierte dem Chor zum Jubiläum.

Ebenfalls eine Bereicherung des Jubiläumskonzertes: Der Auftritt des Weseler Liedermachers und Folk-Musikers Franz Jöhren und des Weseler Gitarristen und Sängers Kees Cuypers. Sie spielten den Beatles-Song „Let It Be“ und Reinhard Meys „Über den Wolken“, bei dem das Publikum laut mitsang.

Nach Ende des Konzertes blieben manche Gäste noch zum Dinner-Büfett. Und auch beim Essen blieb es musikalisch: Zwischen den Gängen spielte der Düsseldorfer Saxofonist Tobias Martin einige Stücke.

(hs)