Neue Broschüre: Kreuze, Kapellen, Bildstöcke entdecken

Neue Broschüre: Kreuze, Kapellen, Bildstöcke entdecken

Das Team, das den Wassenberger Pilgerweg entwickelt hat, stellt in einer neuen Broschüre nun spirituelle Orte am Wegesrand vor. Heilkräuter und Natur sind das Frühjahrsthema auf dem Pilgerweg. Auch ein Kräuterbeet entsteht.

Seit zwei Jahren gibt des den Pilgerweg, der in Form einer Rundtour — zu erwandern oder besser noch mit dem Rad zu erkunden — die sieben Kirchengemeinden der Pfarrei St. Marien verbindet. Das vom Bistum geförderte innovative Projekt lädt Menschen an Kirchen, Kapellen oder Wegekreuzen zum Innenhalten ein: Stelen, deren Themen und Texte sich regelmäßig ändern und neue Schwerpunkte setzen, laden Menschen zum Innehalten, Nachdenken und gegebenenfalls zum Gebet ein. Unterschiedliche Gruppen aus der Pfarrei, auch Jugendliche und Kinder, wurden bislang in die Gestaltung der Pilgerstelen einbezogen.

Ein Team um Projektkoordinatorin Bärbel Windelen, Gemeindesozialarbeiterin beim Caritasverband Heinsberg, mit Mitgliedern der Pfarrgemeinde um Initiatorin Martina Jansen, ist bemüht, dem Projekt immer neue Akzente zu verleihen, "damit der Pilgerweg interessant bleibt und immer wieder gegangen werden kann", wie Windelen betont. So stellten beide Frauen im Pfarrheim St. Mariä Himmelfahrt Oberstadt gestern nicht nur das neue Stelenthema "Im Einklang mit der Natur leben und pilgern" vor, das Texte und Gedanken von Hildegard von Bingen aufnimmt, sondern auch eine neue Broschüre, die neben dem Faltblatt zum Pilgerweg nun ausschließlich Kreuze, Kapellen und Bildstöcke in den Blick nimmt, die rechts und links des Pilgerweges überall in Wassenberg in reicher Zahl zum Innehalten einladen.

  • Wassenberg : Kreuze, Kapellen, Bildstöcke entdecken

Imponierende 70 Stationen, für die sich auch Abwege lohnen, beschreibt die Broschüre in Wort und Bild von der großen Kreuzigungsgruppe am Schwanderberg in Myhl bis hin zum Bildstock am Schloss Effeld. Martina und Karl-Heinz Jansen, Brigitte Cüppers, Gemeindereferentin Eva Jessen und Bärbel Windelen haben das Heft zusammengestellt und sich dabei auch Rat beim Wassenberger Heimatverein geholt, wie Martina Jansen betont. Die 2,50 Euro, die die Broschüre kostet, so Jansen, fließen in die weitere Pflege der Pilgerstelen nach dem bevorstehenden Auslaufen der Projektförderung durch das Bistum. Vorher aber entsteht vor der Oberstädter Kirche, um die herum bekanntlich ein kleiner, viel von den Senioren des Stadtteils genutzter Pilgerweg führt, ein kreuzförmig angelegtes Kräuterbeet mit Pflanzen, die die mittelalterliche Äbtissin, Mystikerin und Universalgelehrte Hildegard von Bingen beschrieben hat. Derzeit wird an der Umfassung des Kräuterbeets noch gearbeitet. "Es soll dann ein Ort der Begegnung werden", sagt Martina Jansen. "Auf kleinen Tafeln wird es Informationen zu den Kräutern geben." Allgemeine meditative Texte der gelehrten Nonnen zur Natur werden später dann auch die Pilgerwegstationen bereichern.

Windelen und Jansen freuen sich, dass das Projekt Pilgerweg auf so großes Interesse gestoßen ist und nicht nur kirchlich gebundene Menschen anzieht. Die von Jansen organisierten Radtouren, aber auch Führungen von "Westblicke" auf dem Pilgerweg, stießen bislang auf großen Zuspruch. Offenbar befriedigt das Konzept des Pilgerweges das Bedürfnis vieler Menschen nach Entschleunigung und Auszeiten zum Nachdenken und Innehalten in der Natur.

(aha)
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