Solingen: Walzer für die Kinder

Solingen : Walzer für die Kinder

4000 Euro kamen zusammen bei einem Benefizkonzert des Solinger Orchestervereins für die Organisation „Pro Ost“, die sich um Kinder im verstrahlten Gebiet von Novosybkow kümmert.

Das Benefizkonzert zum neuen Jahr hat inzwischen gute Tradition. Auch diesmal spielte der Solinger Orchesterverein in den Arkaden von General Electric zu Gunsten von „Pro Ost“, einem Verein, der humanitäre und medizinische Hilfe in Russland vor Ort leistet.

Der Dirigent Michael Forster brachte mit seinem 50-köpfigen Orchester ein Programm mit den schönsten Walzern zu Gehör, Musik der Familie Strauß stand im Mittelpunkt. Forster weiß den Walzer in gebotener Leichtigkeit zu zelebrieren, der Bayer verinnerlicht die alte Bergsteigerweisheit „Zeit lassen“, und er kostet die Musik zur Freude der Zuhörer bis ins letzte aus. Besonders schön war das bei den klassischen Walzern „Gold und Silber“ von Franz Lehar und „Die Schlittschuhläufer“ von Emil Waldteufel, man sah in diesem Evergreen den gleitenden Paaren buchstäblich zu. Dazu weiß Michael Forster auch sehr humorvoll zu moderieren, die Polka „Plappermäulchen“ aus der Feder von Josef Strauß widmete er seinem Landsmann und Wortakrobaten Edmund Stoiber, „ich vermisse ihn jetzt schon“, bekannte der Musiker aus München.

Musikalisches Multitalent

Ein musikalisches Multitalent ist Veronika Pfaffenzeller, sie studiert gleichzeitig Violine und darstellende Kunst, dazu nahm sie auch noch ein Gesangsstudium auf – und hat sich inzwischen zu einer begeisternden Sopranistin entwickelt. So lernten die Zuhörer sie im voll besetzten Raum als „Lustige Witwe“ kennen, sie sang das „Vilja Lied“ aus Lehars Operette und bezauberte genauso bei dem großen Ausschnitt aus der klassischen Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß. Michael Forster weiß sein Publikum bestens zu unterhalten, aber auch zu motivieren. 200 Solinger sangen freiwillig mit und ließen den Champagner hochleben. Dazu brachte der Dirigent noch einen Überraschungsgast auf das Podium. Der Komponist Leroy Anderson lässt auch schon mal auf Schreibmaschinen musizieren, „Plink, Plank, Plunk“ gehört aber den Streichern, die nach Herzenslust zupfen dürfen. „Und dafür haben wir auch den richtigen Dirigenten“, wusste Forster und stellte Oberbürgermeister Franz Haug als Gastkapellmeister vor. Dem machte das sichtlich Spaß, denn die Musikerinnen und Musiker folgten ihm bereitwillig, es gab keine Opposition, ein seltenes Erlebnis für einen Politiker.

Große Begeisterung

Die große Begeisterung für die Darbietungen des Orchestervereins führte am Ende zu einer Zugabe und zu der Erkenntnis: das alljährliche Neujahrskonzert hat nicht nur dem guten Zweck gedient, es kann sich auch mit seinen berühmten Vorbildern messen.

(RP)