Solingen: Therapie für Kita-Kinder gesichert

Solingen: Therapie für Kita-Kinder gesichert

Der Landschaftsverband Rheinland hat entschieden, die Therapeutenstellen in der Kita Pinocchio weiter zu finanzieren.

Es sind deutliche Fortschritte, die der kleine Oskar in gerade einmal einem halben Jahr gemacht hat: Seit dem 8. Dezember, das Datum weiß seine Mutter Nicole Sobetzko genau, kann der Zweieinhalbjährige sich alleine hinsetzen. Sein Wortschatz habe sich stark erweitert. Außerdem sei Oskar, der sehr schlecht sieht und deshalb in Gruppen immer ängstlich gewesen sei, viel offener geworden. "Der macht jetzt richtig Remmidemmi", sagt seine Mutter.

Dass der kleine Junge, der mit seinem Zwillingsbruder Luis in der 26. Schwangerschaftswoche als Frühchen auf die Welt kam, sich so gut entwickelt, ist auch ein Verdienst des umfassenden Therapie-Angebots und der Therapeuten in der integrativen Kita Pinocchio II, die die Brüder seit August vergangenen Jahres besuchen.

Nachdem die Zukunft des Angebots aus Sprach- und Physiotherapie lange unklar war - seit rund zwei Jahren wird diskutiert, die Therapiestunden künftig über Rezepte verschreiben zu lassen sowie externe Therapeuten in die Einrichtungen zu holen - hat der Landschaftsverband Rheinland jetzt entschieden, die Therapeutenstellen wie bisher durch Refinanzierung ein weiteres Jahr, bis zum 31. Juli 2016, zu ermöglichen.

Eine große Erleichterung für Eltern wie Nicole Sobetzko: "Ohne die Förderung hier wären wir lange nicht da, wo wir heute sind. Bevor Oskar in die Kita kam, sind wir zur Therapie nach Remscheid gefahren. Oskar wusste, dass er dort arbeiten muss, und hat oft einfach dichtgemacht. In der Kita unterscheidet er nicht zwischen Therapeuten und Erziehern. Die Therapie ist ein Teil des Alltags."

Genau das, sagt Anke Gerhards, seit 20 Jahren als Sprachtherapeutin in der Einrichtung, sei die Stärke des integrativen Konzepts in der Kita: "Die Therapie ist hier wie selbstverständlich in den Alltag integriert. Wir Therapeuten können flexibel reagieren und uns mit den Pädagogen absprechen, wir arbeiten sehr gut zusammen. Dass wir immer vor Ort sind, trägt zur Vertrauensbildung bei. Dadurch ist natürlich auch der Austausch mit den Eltern unproblematisch, man kann ganz spontan aufeinander zugehen."

17 der insgesamt 65 Kinder in der Einrichtung an der Allgäustraße haben einen besonderen Förderbedarf, dem mit Sprach- und Physiotherapie Rechnung getragen wird. Zudem, ergänzt Gerhards, hätten die Therapeuten - bei Pinocchio II arbeiten eine Moto- und eine Logopädin mit jeweils einer halben Stelle sowie eine Physio- und eine Sprachtherapeutin in Vollzeit - immer alle Kinder im Blick, auch die ohne Förderbedarf: "Wenn ein Kind in einem Bereich auffällig ist, können wir die Eltern sehr früh beraten."

Sie freue sich, sagt Nina Holz vom Vorstand der Kita, dass alle nun ein weiteres Jahr auf das Therapie-Angebot in der Einrichtung bauen könnten. "Wir hoffen natürlich, dass sich weiterhin etwas tut. Gleichzeitig arbeiten wir bereits an einer Konzeption, wie es möglich ist, die Therapeuten auch später weiter zu beschäftigen."

(mxh)
Mehr von RP ONLINE