Solingen: Das Ittertal ist ein "lokalklimatischer Gunstraum"

Solingen : Das Ittertal ist ein "lokalklimatischer Gunstraum"

Das Klimagutachten am Montag gestern veröffentlicht, am 2. Februar wird es im Planungsausschuss im Kammermusiksaal in öffentlicher Sitzung diskutiert.

Es ist rund 60 Seiten stark, das Klimagutachten für das Ittertal. Rechtzeitig vor dem Start der Online-Befragung zu gewerblichen Bauflächen ist es gestern Mittag auch veröffentlicht worden. Am Freitagnachmittag waren zunächst die Sprecher der Parteien im Planungsausschuss über die Ergebnisse des Gutachtens vorab informiert worden.

Das Ittertal ist durch eine hohe nächtliche Kaltluftproduktion geprägt. Gute Luftaustauschbedingungen bei nur geringer Überwärmung tagsüber machen die Kamm- und Hanglagen des Ittertals "überwiegend zu einem lokalklimatischen Gunstraum", heißt es in dem Gutachten, das Dr. Monika Steinrücke und ihr Team von der Ruhruniversität Bochum erstellt und dafür im Sommer vergangenen Jahres umfangreiche Messungen vorgenommen haben. Die klimatischen Eigenschaften, die dem Ittertal zwar zugeschrieben werden, haben indes keinen Einfluss auf die dichter bebauten Stadtteile von Solingen. "Luftleitbahnen in Richtung der Solinger City oder Ohligs existieren aufgrund der Höhenunterschiede nicht", so die Gutachterin.

Sie hat die klimatische Relevanz des Ittertals auf die vier vorgesehenen Gewerbegebiete Piepersberg-West, Fürkeltrath II, Buschfeld und Keusenhof natürlich ebenfalls unter die Lupe genommen, detaillierte Berechnungen zur Kaltluft und Geländeklimamessungen vor Ort wurden dafür durchgeführt. Da der Kreisverkehr an der Ittertalstraße und der Haaner Straße eine Barriere des nördlichen sowie des südlichen Kaltluftgebietes des Ittertals darstellt, wurden sie für die Bewertung getrennt. Denn die südlich gelegenen geplanten Gewerbeflächen (Buschfeld/Keusenhof) erhalten nur wenig Zustrom an Kaltluft aus dem Bereich Ittertal-Nord (Piepersberg-West/Fürkeltrath II). Von daher sind die Auswirkungen auf das Ittertal je nach Lage unterschiedlich. Die Gutachterin kommt zu dem Ergebnis, dass in Piepersberg-West und Fürkeltrath II bei gewerblichen Bebauungen "keine Überwärmungsproblematik" entsteht. Das heißt im Umkehrschluss: Hier wären aus stadtklimatischer Sicht Gewerbeflächen möglich. Das gilt auch für den Keusenhof, dem wird nur eine geringe Relevanz für das Kaltluftpotenzial des Ittertals zugeschrieben.

Dagegen ist Buschfeld eine Freifläche, die sich im Fall einer Bebauung zu "einer großen lokalen Wärme-Insel wandeln könnte". Zudem würde ein Wegfall der Fläche Buschfeld als Kaltluftproduzent die Ausdehnung des Kaltluftgebietes des südlichen Teilbereiches des Ittertals in Teilen reduzieren. Aber nur gering, so dass auch in Buschfeld Gewerbeflächen möglich wären.

Das Klimagutachten wird nun in der Sitzung des Planungsausschusses am 2. Februar, 17 Uhr, Kammermusiksaal, ausführlich vorgestellt.

(RP)
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