Solingen: St. Clemens wie ein Kunstwerk verpackt

Solingen : St. Clemens wie ein Kunstwerk verpackt

Wegen der laufenden Sanierungsarbeiten der Kirchtürme prägt derzeit ein 50 Meter hohes Baugerüst die Pfarrkirche. Bis Ende des Jahres soll das Projekt für rund 800 000 Euro abgeschlossen sein.

Wie ein Kunstwerk des Verhüllungskünstlers Christo wirkt die Clemenskirche. Bis zur Spitze des südlichen Turms reicht das Baugerüst, das wegen der Bauarbeiten mit Schutznetzen verhangen ist. Immerhin: Bis auf eine Höhe von 50 Metern geht es hinauf. Der nördliche Helm des Kirchturms aus Sichtbeton wird später ebenfalls noch eingerüstet.

Verschieden: Die Spitze des südlichen Clemenskirchen-Turms ist bis zum Kreuz eingerüstet. Später erfolgt dies auch bei dem nördlichen Helm aus Sichtbeton. Foto: Köhlen, Stephan (TEPH)

"Wir sind mittendrin", sagt Architekt Markus Kenkmann mit Blick auf die laufenden Sanierungsarbeiten der höchsten Baustelle der City an der Goerdelerstraße gegenüber den Clemens-Galerien.

Ziel ist, die Sanierung der beiden Kirchtürme von St. Clemens bis zum Ende des Jahres abzuschließen. Überraschungen während der laufenden Arbeiten, die den Zeitplan verändern können, sind bei einem so alten Gebäude wie der Clemenskirche aber jederzeit möglich, gibt Architekt Kenkmann zu bedenken.

So wurden beispielsweise Risse im Mauerwerk entdeckt. Die werden derzeit von einem Statiker überprüft, um eventuelle weitere Schäden auszuschließen. Die beiden stadtbildprägenden Spitzen aus Sichtbeton thronen auf einem 30 Meter hohen Mauerwerk mit dem Hauptportal. Brüchige Verfugungen zwischen den Steinen werden ausgeräumt und neu verfüllt.

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"Die Sanierung des Mauerwerks ist fortgeschritten", erklärt Architekt Kenkmann. Zudem werden angesichts der bevorstehenden Sanierungsarbeiten diverse Tests am Sichtbeton der Kirchturmspitzen durchgeführt.

Vor 20 Jahren wurden die Kirchtürme von St. Clemens zuletzt aufwändig saniert. Nach den Worten von Pfarrer Bernhard Dobelke hatte sich die Gemeinde vor dieser Sanierungsmaßnahme für eine Verkleidung des Sichtbetons ausgesprochen. Dadurch wollte man sich den originalen verschieferten Turmhelmen wieder annähern, die im Herbst 1944 beim Bombenangriff auf Solingen zerstört wurden. Aus architektonischen Gründen sprach sich das Erzbistum Köln indes für den Erhalt des Sichtbetons aus. Zugleich verpflichtete es sich, diesen regelmäßig zu sanieren und einen Großteil der Kosten dafür zu tragen. Insbesondere die Sichtbeton-Helme der Clemenskirche sind durch die Witterung einer erheblichen Belastung ausgesetzt.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten werden auch die Schall-Luken komplett erneuert, da zahlreiche Holzblenden stark verwittert sind. Weil das Gerüst einmal steht, wird der Blitzschutz der Kirchtürme ebenfalls neu verlegt. Am oberen Turmmauerwerk sowie an den Natursteinbänken und Pfeilerkronen sind Fugen ausgebrochen, auch die werden saniert. Die Verblendungen im Übergang zwischen Sichtbeton-Helmen und Turm-Mauerwerk werden zudem neu abgedichtet.

(RP)