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Schwimmen: Marx macht aus Kindern Schwimmer

Schwimmen : Marx macht aus Kindern Schwimmer

Die 22-jährige Neu-Solingerin ist Schwimm-Trainerin und feilt an der Technik der jüngsten Aktiven beim Ohligser TV.

Alice Marx gibt Anweisungen - nicht im Kasernenhofton, sondern freundlich, aber bestimmt. Dazu macht sie vor, was sie meint. Der Startsprung ins Becken, die richtige Bewegung der Arme, die korrekte Haltung des Kopfes. Alice Marx ist die neue Schwimmtrainerin des Ohligser TV und betreut im Klingenbad die Trainingsgruppe III des Vereins. Das sind die jüngsten Schwimmer zwischen sieben und neun Jahre. Die 22-Jährige sucht dabei schon die Nachwuchstalente heraus. "Das merkt man relativ schnell, wenn ein Kind heraussticht", sagt Marx. "Wenn sie eine gute Technik, Ausdauer und Ehrgeiz haben. Letzteres darf nicht von den Eltern kommen. Es muss das Ziel der Kinder sein, weiterkommen zu wollen."

Dafür hat die Neu-Solingerin ein gutes Gespür: "Das wichtigste sind die Technikübungen, Ausdauer trainieren wir in dem Alter so gut wie gar nicht. Die Technik richtig zu lernen ist das entscheidende. Wenn ein Fehler bleibt, ist das ganz schwer, den wieder rauszubekommen." Marx nennt Beispiele: "Viele schwimmen eine ,Schere'. Dabei geht das eine Bein nach innen, das andere nach außen. Zum einen ist das nicht gesund für die Knie, zum anderen kann das in Wettkämpfen zur Disqualifikation führen." Arm- und Beintechniken werden zunächst getrennt gelehrt und erst im weiteren Verlauf des Trainings zusammengepackt. "Beim Einschwimmen sehe ich schon Defizite, zum Beispiel, dass der Startsprung nicht so klappt. Das versuche ich dann rauszubekommen, und am Ende guckt man sich das Gesamtpaket an", erklärt Marx, die weiter weiß: "Kraul ist die schnellste Schwimmart und mit Brust die wichtigste. Darum konzentrieren wir uns erst einmal darauf. Wenn ein Kind aber zeigt, dass es Rücken sehr gut kann, wird es auch in die Richtung gefördert. Das stellt sich super schnell heraus, welche Disziplin am besten ist."

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Sie selbst hat im Alter von "fünf, sechs Jahren Seepferdchen gemacht" und war immer in einem Verein. Mit 14 Jahren machte sie den Schein zum Schwimmhelfer, direkt danach den zum Assistenten, womit sie den Trainer unterstützen durfte, nun ist sie selbst seit acht Jahren Trainerin. "Das ist irgendwie Arbeit nach der Arbeit, aber es macht Spaß. Die Kinder sind süß. Das ist ein Ausgleich", sagt Marx, die hauptberuflich als biologisch-technische Assistentin in einer Wuppertaler Firma tätig ist und ihren in Solingen lebenden Freund in der Ausbildung in Köln kennenlernte. "Ich hatte schon immer ein Faible für Bio, hatte das auch in der Schule im Leistungskurs. Meine Lehrerin hat da gefragt, ob es später bei mir nicht in die Richtung gehen soll. Und bei einem Beratungstest ist genau dieser Beruf rausgekommen. Da war die Sache klar. Ich habe da ein breites Spektrum und kann in alle Richtungen gehen. Das gefällt mir."

Auch bei der Schwimm-Ausbildung ist Marx noch nicht am Ende angekommen: "Ich überlege, noch den Wettkampfrichter zu machen und außerdem, aufbauend auf dem Trainerschein im Breitensport, den für den Leistungssport." Das wird das Auge für die Technik der Talente sicher nicht verschlechtern.

(RP)