Wilhelm-Hartschen-Schule: "Miniköche" lernen vorbereiten, kochen und servieren

Wilhelm-Hartschen-Schule: "Miniköche" lernen vorbereiten, kochen und servieren

Im Garten-Pavillon des Hotels Gravenberg herrscht reger Betrieb. In einer Ecke sitzt eine Gruppe Schüler und ist mit großen Stoffservietten beschäftigt, während in einer anderen Ecke eifrig Cocktails gemixt werden. In der Küche lauscht eine dritte Schülergruppe den Erklärungen des Küchenchefs Frank Lohmann. Hier wird gerade der Brokkoli geschnitten. "Wir haben schon das erste Pflaster verteilt", meint Frank Lohmann, "aber das gehört zum Kochen dazu."

Im Garten-Pavillon des Hotels Gravenberg herrscht reger Betrieb. In einer Ecke sitzt eine Gruppe Schüler und ist mit großen Stoffservietten beschäftigt, während in einer anderen Ecke eifrig Cocktails gemixt werden. In der Küche lauscht eine dritte Schülergruppe den Erklärungen des Küchenchefs Frank Lohmann. Hier wird gerade der Brokkoli geschnitten. "Wir haben schon das erste Pflaster verteilt", meint Frank Lohmann, "aber das gehört zum Kochen dazu."

Die Schüler sind zum ersten Mal im Einsatz, denn es ist der Auftakt des zweijährigen Projektes "Europa-Miniköche", das die Schüler durch verschiedene Restaurants führen wird, wo sie überall kochen, servieren und eindecken lernen. Das Außergewöhnliche an der zwölfköpfigen Gruppe ist jedoch, dass es sich um Schüler mit geistiger Behinderung handelt. Es ist die Wilhelm-Hartschen-Schule, die als allererste Förderschule europaweit an diesem Projekt teilnimmt.

Die Idee dazu kam von Lehrerin Daniela Hilverhus, deren eigene Töchter bei den Miniköchen an einer Regelschule teilnahmen. "Zuerst kam das Problem der Finanzierung", erinnert sich Schulleiter Joachim Cerekwicki. Obwohl die gemeinnützige GmbH der Miniköche der Förderschule sehr entgegenkam, blieben noch 1000 Euro Eigenanteil. Glücklicherweise fand sich in der Firma Bernholz Verpackungen ein bereitwilliger Sponsor, denn der Ge-schäftsführer Mark A. Hoffmann hat selbst einen Sohn, der zur Wilhelm-Hartschen-Schule geht. Es war ihm wichtig, den Schülern diese Entwicklungsmöglichkeit zu bieten, aber auch, "dass die Mitarbeiter die Scheu im Umgang mit behinderten Menschen verlieren."

Lebensmittel, Mitarbeiter und Räume stellen die fünf Solinger Gastronomiebetriebe zur Verfügung, die sich bereiterklärten, an dem Projekt teilzunehmen. "Durch dieses Projekt sehen die Leute, was Menschen mit geistiger Behinderung alles können", freut sich Cerekwicki. Ziel ist es, dass die Kinder am Ende bewirten, kochen und vorbereiten können, denn dieses Können soll bei Events zum Einsatz kommen. Daniele Colletti (16) und Timea Posa (15) freuen sich schon. Alle Schüler sind mit Profi-Kleidung ausgestattet und haben einen Koffer mit Kochutensilien bekommen. "Ich mag es, wenn man zusammen kocht", sagt Timea. Daniele hat sich vorbereitet: "Ich habe schon allein Servietten gefaltet und mit Mama gekocht." Auch Frank Lohmann hat Spaß an der Begeisterung der Kinder. "Sie sollen sich zu Menschen entwickeln, die Geschmack haben", sagt er. Sandra Grünwald

(sue)