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Solingen: Lebenshilfe sichert sich ab

Solingen : Lebenshilfe sichert sich ab

Die Mitglieder des Sportausschusses waren zufrieden. Jedenfalls winkten sie gestern nach nichtöffentlicher Debatte sowie vor der Ratssitzung am Donnerstag die bisher erarbeiteten Pläne der Verwaltung zur Übertragung des Birkerbades an die Lebenshilfe durch.

Die Politiker beauftragten die zuständigen Beamten, weiter mit der Organisation zu verhandeln, die die alte Badeanstalt zu einem modernen Wellnessbad umbauen möchte.

Gleichwohl, die Lebenshilfe selbst fühlte sich bei den Gesprächen mit den Stadtoberen, die in den vergangenen Wochen geführt wurden, ihrerseits offenbar nicht rundum wohl.

Denn nach Informationen unserer Zeitung sicherten sich die Lebenshilfe-Macher in den bislang ausgearbeiteten Vertragsentwürfen für den Fall ab, dass irgendwer irgendwann doch noch auf die Idee kommt, ein neues Kombibad zu bauen.

Dann müsste die Kommune für eventuelle Verluste, die der Lebenshilfe im Birkerbad durch die Konkurrenz entstünden, geradestehen — was immerhin für 25 Jahre gilt. Solange will sich die Lebenshilfe nämlich mindestens im Birkerbad engagieren.

Die Zeit drängt

Während also ein Kombibad mit diesen Vereinbarungen wohl endgültig den Weg alles Irdischen gegangen sein dürfte, steht ein Ausbau des Klingenbades fast schon vor der Tür. Hier drängt die Zeit, da ein Großteil des 6,6 Millionen-Euro-Projekts aus Mitteln des Konjunkturpakets II geschultert werden soll. Und die müssen bis Ende 2011 abgerechnet sein.

Dennoch sahen sich die Mitglieder des Sportausschusses gestern Nachmittag auf ihrer Sitzung im Vereinsheim des Solinger Tennisclubs in Widdert außer Stande, dem Rat eine Beschlussfassung zu empfehlen. Man vermisse vor allem genaue Angaben "zu den verschiedenen Varianten: ein oder zwei Becken, mit Hubboden oder ohne?", erklärte zum Beispiel Ausschuss-Chef Ernst Lauterjung (SPD) nach der Vorstellung der Pläne durch das beauftragte Kölner Architekturbüro.

Dazu kam, dass sowohl SPD als auch CDU die Zeit zu knapp bemessen schien, in der entschieden werden müsse. Man habe kaum Gelegenheit gehabt, sich umfassend zu informieren. Und außerdem hätten die Fraktionen, die sich morgen mit dem Thema befassen, keine Chance, die Architekten zu hören.

Jedenfalls, am Ende beschloss der Ausschuss, dass er nichts beschließt, nachdem es zuvor sowie in Sichtweite zu den Tennisplätzen zwischen Ernst Lauterjung und Sportdezernent Norbert Feith (CDU) bereits zu einem Ballwechsel der besonderen Art gekommen war. Mit Blick auf noch nicht ausgeteilte Unterlagen forderte Lauterjung Feiths Verwaltung auf, "nicht mit gezinkten Karten zu spielen", was der Dezernent prompt mit den Worten konterte, dies sei kein angemessener "Umgang untereinander".

Dennoch soll die Ausschreibung am Donnerstag im Rat beschlossen werden, die "optional" (Feith) auch die Hubboden-Variante enthalten wird. Ziel ist es, im ersten Halbjahr 2010 mit den 15-monatigen Bauarbeiten zu beginnen, damit alles rechtzeitig fertig wird. Und das dürfte auch die Lebenshilfe freuen — kann sie im Birkerbad doch erst anfangen, wenn der Anbau des Klingenbades steht.

(RP)