Ansichtssache: Höchste Zeit für den Masterplan

Ansichtssache : Höchste Zeit für den Masterplan

Das Dilemma in der Innenstadt besteht darin, dass alle Akteure - für sich genommen - richtig handeln. So kann man durchaus verstehen, dass sich die Stadt-Sparkasse mit einer neuen Hauptstelle am Neumarkt fit für die Zukunft macht. Zumal der geplante Neubau rein städtebaulich einen Schritt nach vorne bedeuten dürfte. Und Ähnliches gilt im Übrigen auch für den Investor in den Galerien. Sollte es ihm gelingen, die Mall zu reaktivieren, wäre dies - Billiganbieter hin oder her - ein Gewinn. Denn wie schon oft gesagt: Nichts wäre fataler als dauerhafter Leerstand im Center.

Allerdings sind die Probleme so nicht gelöst. Sie verschieben sich nur. Etwa in den Bereich der unteren sowie mittleren Hauptstraße, wo kommende Woche mit dem Ende von "Eyes and More" die nächste Lücke klafft. Und wo wohl niemand erwartet, dass Anbieter wie Kik nach einem möglichen Umzug in die Galerien noch lange im Bachtor-Center bleiben. Nein, was im Augenblick abläuft, ist eine Kettenreaktion, die unterbrochen werden muss.

Die Stadt erarbeitet seit einiger Zeit einen Masterplan, der auch unangenehme Wahrheiten bereit hält: Wir müssen uns von Teilen der heutigen City verabschieden und brauchen weniger Handelsflächen. Vor allem aber brauchen wir ein Gesamtkonzept, das in Zukunft alle an einen Tisch bringt. Damit einzelne gute Ansätze endlich zu einem großen Ganzen in der City werden.

martin.oberpriller@solinger-morgenpost.de

(or)