Solingen: Bauschäden: Stadt macht Museum dicht

Solingen: Bauschäden: Stadt macht Museum dicht

Teile des Walder Kottens dürfen nicht mehr betreten werden. Es wurden Schäden am Dach festgestellt. Betroffen sind das Laurel & Hardy Museum und die Walder Schützen- und Bürgergilde. Kita bleibt offen. Gutachten kommt im Januar.

Teile des Walder Kottens dürfen nicht mehr betreten werden. Es wurden Schäden am Dach festgestellt. Betroffen sind das Laurel & Hardy Museum und die Walder Schützen- und Bürgergilde. Kita bleibt offen. Gutachten kommt im Januar.

Die Mitarbeiter des kleinen Museums stehen unter Schock. Die Stadt Solingen hat mit sofortiger Wirkung den Walder Kotten geschlossen, der seit zehn Jahren die Heimat des Laurel & Hardy Museums ist. Der Grund: Bei einem Routinerundgang am Mittwoch stellten Fachleute des Rathauses Bauschäden an dem alten Gebäude an der Locher Straße fest.

Im Museum selbst herrschte gestern Fassungslosigkeit. "Wir sind am Boden zerstört und hängen vollkommen in der Luft", sagte Museumsleiter Wolfgang Günther. Seit den 70er Jahren trugen er und seine Frau Vera viele Exponate zusammen, die an die beiden amerikanischen Schauspieler Oliver Hardy und Stan Laurel, in Deutschland noch besser bekannt als Dick und Doof, erinnern. Zu der Sammlung in dem kleinen Museum gehören unter anderem Filmplakate, Fotos, Programme, Plastiken sowie private Dokumente der zwei 1956 beziehungsweise 1967 verstorbenen Künstler.

Seit 2003 werden die Gegenstände für ein breites Publikum im denkmalgeschützten Walder Kotten ausgestellt. "Dass die Schließung ausgerechnet am Ende unseres Jubiläumsjahres kommt, ist besonders bitter", sagte Museumsleiter Günther am Donnerstagmittag. Ob und gegebenenfalls wann das Museum wieder öffne, könne noch nicht gesagt werden. Wolfgang Günther: "Wir wissen nicht, wie es weitergehen soll."

Die Stadt Solingen bestätigte gestern die vorsorgliche Schließung des Laurel & Hardy Museums. "Betroffen sind überdies die Räumlichkeiten der Schützengilde Wald", sagte eine Rathaussprecherin auf Anfrage. Die Stadt habe umgehend handeln müssen, da bei der Untersuchung vom Mittwoch mögliche Schäden an der Dachkonstruktion des Gebäudes festgestellt worden seien, so die Sprecherin am Donnerstag. Der im selben Komplex untergebrachte Kindergarten könne hingegen offenbleiben, hieß es aus dem Rathaus.

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Nachdem es gestern in der Kürze der Zeit nicht mehr möglich war, einen Statiker mit der Begutachtung der gesperrten Gebäudeteile zu beauftragen, soll dies nun Anfang Januar nachgeholt werden. "Wir werden dann untersuchen lassen, wie umfangreich die Schäden sind", sagte die Stadtsprecherin. Sie kündigte an, eine Entscheidung über das weitere Vorgehen werden kurzfristig erfolgen.

Für Museumschef Wolfgang Günther ist dies in seiner augenblicklichen Notlage indes nur ein schwacher Trost. Zwar zeigte Günther Verständnis für das Vorgehen der Stadt. Es sei vollkommen klar, dass die Beamten angesichts der Gefahr hätten reagieren müssen, sagte der Museumsleiter gestern.

Dennoch trifft das vorläufige Ende das Laurel & Hardy Museum wie aus sprichwörtlich heiterem Himmel. Ursprünglich war vorgesehen gewesen, die Einrichtung zwischen den Feiertagen offen zu halten, da in dieser Zeit erfahrungsgemäß besonders viele Gäste nach Wald kommen.

Das kleine Museum von Wolfgang Günther genießt unter Kino- und Filmfans bereits seit geraumer Zeit einen ausgezeichneten Ruf. So zieht die Solinger Ausstellung längst Besucher aus ganz Deutschland an, die eigens für das Laurel & Hardy Museum in die Klingenstadt reisen.

(RP)
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