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Wohnpark In Ohligs: Eine Straße ehrt Widerstandskämpferin Tilde Klose

Wohnpark In Ohligs : Eine Straße ehrt Widerstandskämpferin Tilde Klose

Dreizehn schicke Reihenhäuser stehen in dem neuen Wohnpark in Ohligs, gleich neben dem S-Bahn Haltepunkt Vogelpark. Ursprünglich sollte die kleine Siedlung auch diese Bezeichnung tragen, gestern wurde aber ein neues Straßenschild enthüllt, es trägt den Namen der Widerstandskämpferin Tilde Klose. Nach der Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933 wurde der Widerstand weitgehend von Arbeitern getragen, die der Sozialdemokratie oder dem Kommunismus verbunden waren.

Auch Tilde Klose engagiert sich aktiv im Widerstand, bis sie 1934 eingekerkert wird. Bis zu ihrer Ermordung im Jahr 1942 hat sie nicht mehr das Licht der Freiheit erblickt. Günter Hindrichs, einer der führenden Briefmarkenexperten der Klingenstadt, wurde auf Tilde Klose durch eine Briefmarke der DDR aufmerksam. Ihr Porträt war auf einer Marke abgebildet, die 1959 im Rahmen einer Serie an die Konzentrationslager der Nationalsozialisten erinnern sollte.

"Damals wusste ich aber noch nicht, dass Tilde Klose in Solingen geboren wurde", erzählte Hindrichs bei der Enthüllung des neuen Straßennamens. Im Dezember 1892 wird Tilde Klose geboren, sie besucht mehrere Schulen und verlässt im Alter von 17 Jahren Solingen, um die Hauswirtschaft zu erlernen. "Ich habe mich nach der Ausstellung weiter für die Solingerin Tilde Klose interessiert", sagte Hindrichs, der sie in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv vor einigen Jahren bereits in den Fokus einer Briefmarkenausstellung über den Widerstand gegen die Nazis gestellt hatte.

Die Naturfreunde Solingen ehrten Klose schon mit einem Stolperstein an ihrem früheren Wohnort an der Gasstraße, "aber es sollte auch eine Straße in Solingen an sie erinnern. Wir ehren ja auch den Widerstandskämpfer Carl Goerdeler damit", sagte Hindrichs, der sowohl im Stadtrat wie auch in der Bezirksvertretung Ohligs Zustimmung fand. So konnte er nun mit Ulla Feldhaus, frühere Bürgermeisterin und Autorin einer Biographie über Tilde Klose sowie Ralf Rogge, Leiter des Stadtarchivs, das neue Straßenschild enthüllen, das an eine mutige Frau erinnert, die für ihre Überzeugung kämpfte und ihr Leben auf grausame Art verlor.

Das Buch "Furchtlos - Das Leben der Tilde Klose" ist im Custos Verlag erschienen und kostet Euro 7,90.

(wgü)