Rommerskirchen: Aus Gärten in Vanikum soll Bauland werden

Rommerskirchen : Aus Gärten in Vanikum soll Bauland werden

Viele Grundstückseigentümer an der Hauptstraße möchten in ihren großen Gärten Bauland schaffen. Ob es dazu kommt, hängt vor allem davon ab, wie teuer es wird. Der Rat beauftragte die Verwaltung gestern Abend mit der Prüfung der Kosten.

Bei der Ausweisung neuer und großflächiger Baugebiete in ländlichen Kommunen ist die Landespolitik schon seit vielen Jahren zurückhaltend. In der Regel behelfen sich kleinere Städten und Gemeinden mit der "baulichen Verdichtung" oder dem "Lückenschluss". Nicht selten geht die Initiative für eine neue Bebauung wie jetzt in Vanikum von den Grundstückseigentümern selbst aus. Gestern Abend beschäftigte sich der Rat mit einem Antrag von Anwohnern der Hauptstraße 13 bis 35, die in ihren durchweg sehr großen Gärten gerne Bauland schaffen möchten.

Mehr als 15 Jahre ist es her, dass in Vanikum "Am alten Wasserwerk" ein neues Baugebiet geschaffen wurde. Ein gewisser Bedarf an Baugrundstücken ist angesichts dessen unbestreitbar. "Die Anwohnerschaft ist ausnahmslos grundsätzlich an einer sinnvollen Verwertung der Gartenlandflächen interessiert", sagt Carsten Friedrich vom Amt für Grundstücksmanagement. Was allerdings an Voraussetzungen geknüpft ist: "Das Interesse hängt vor allem von der Höhe der damit verbundenen Kosten für den einzelnen Anwohner ab", so Friedrich.

Vor diesem Hintergrund machten die Politiker gestern denn auch noch nicht Nägel mit Köpfen. Der Verwaltung erteilten sie einstimmig den Auftrag, im Rahmen eines Vorentwurfs die Kosten für Planung, Bodenordnung und Erschließung zu kalkulieren. Dieser soll als Grundlage für weitere Entscheidungen gelten.

Der Rat stellte den Anwohnern der Hauptstraße vor diesem Hintergrund ein Bauleitplanverfahren lediglich in Aussicht. Voraussetzung ist, dass die Eigentümergemeinschaft ein Baulandentwicklungsmodell vorschlägt, das von allen Eigentümern gebilligt wird, und zwar ohne Ausnahme. Ein Planungsverfahren ist an der Hauptstraße zwar möglich, doch wird es sich von den üblichen Modellen unterscheiden: Die Gemeinde bevorzugt hier ein freiwilliges Umlegungsverfahren: Freiwillig deshalb, weil sie ihren früheren Umlegungsausschuss, mit dem es ausgerechnet in Vanikum vor mehr als einem Jahrzehnt heftige Probleme gab, inzwischen aufgelöst hat.

In einem freiwilligen Verfahren müssten die Eigentümer sich selbst über die jeweiligen Grundstücksgrößen und andere Fragen einigen. Eine Baulandentwicklung über den Grundstücksfonds scheidet Carsten Friedrich zufolge im Bereich der Hauptstraße aus. Ein Grund dafür besteht darin, dass "eine einseitige Erschließung zu erhöhten Kosten pro Quadratmeter neuen Baulands" führe.

Bei den Rats-Politikern herrschte durchaus Skepsis: Heinz-Peter Gless (SPD) bat die Verwaltung, den Anwohner sogleich "reinen Wein anzuschenken". Gless zufolge sollten die Bürger "wissen, ob sie es stemmen können, bevor sie sich in ein Abenteuer stürzen."

Albert Breuer (CDU) verwies auf bislang nicht entwickelte andere Baugrundstücke entlang der Hauptstraße und regte an, auch hier die Entwicklung zu forcieren. Jupp Kirberg (Bündnis 90/Die Grünen) sah einige "negative Dinge". So sei eine Bebauung der heutigen Gärten letztlich "keine Ortsrandabrundung mehr."

Mit nennenswerten Kosten für die Gemeinde wird die anstehende Prüfung nicht verbunden sein, wie Carsten Friedrich gegenüber Alice Oßwald (FDP) deutlich machte. Bürgermeister Albert Glöckner machte kein Hehl daraus, dass insbesondere die freiwillige Umlegung schwierig sein werde.

(S.M.)