Kooperation: Suche nach Gemeinsamkeiten in der Kultur

Kooperation: Suche nach Gemeinsamkeiten in der Kultur

Im Januar beginnt die Reihe der Workshops, in denen nach Möglichkeiten für Kooperationen im Städtedreieck gesucht wird.

Die drei bergischen Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal wollen auf dem Gebiet der Kultur ihre Zusammenarbeit stärken. Das haben sie im September beschlossen. Im Januar gibt es nun ein großes Treffen mit den Mitarbeitern der Museen im Bergischen Land, um auszuloten, wo eine erfolgreiche Kooperation möglich und sinnvoll ist. Zu dem Treffen kommen die Direktoren der Deutschen Werkzeug- und Röntgenmuseums in Remscheid. Solingen ist mit dem Klingenmuseum und dem städtischen Kunstmuseum vertreten. Wuppertal schickt das von der Heydt-Museum und Vertreter verschiedener andere Einrichtungen. Ein Stelldichein der Museumsbranche.

Das Deutsche Werkzeugmuseum mit seinem Prunkstück, der Dampfmaschine, im Hintergrund. Foto: Wallbrecht (Archiv)

Professor Dr. Oliver Scheytt, der die Kooperationsgespräche moderiert, hat in den vergangenen Wochen das Bergische Land mehrmals besucht und viele Einzelgespräche geführt. "Ich bin überall auf eine konstruktive Haltung gestoßen", sagt Scheytt.

Ein Anziehungspunkt der Region: das von der Heydt-Museum (l.) in Wuppertal. Foto: von der Heydt-Museum/Wallbrecht (Archiv)

Der frühere Kulturdezernent der Stadt Essen leitet eine eigene Firma "Kulturexpert", die sich unter anderem darauf spezialisiert hat, mit unterschiedlichen Partnern gemeinsame Aufgabenfelder zu entwickeln. Scheytt nennt drei Voraussetzungen für einen Erfolg der Kooperation. Es müssten sinn- und wirkungsvolle Projekte sein, alle Beteiligten müssten etwas davon haben, und die Teilnehmer müssten Spaß an der Zusammenarbeit empfinden. Wenn einer nur zähneknirschend mitmache und keine Freude empfinde, dann habe die Zusammenarbeit keinen Zweck.

  • Kooperation : Suche nach Gemeinsamkeiten in der Kultur

Seit dem Actori-Gutachten vor gut zehn Jahren, das als primäres Ziel von Kooperationen eine Kosteneinsparung bei den Orchestern vorsah, gibt es beim Thema Zusammenarbeit reflexartig die Befürchtungen, eine neue Sparrunde werde durch die Hintertüre eingeleitet. Doch diese Gedanken will Scheytt zerstreuen. "In den vergangenen Jahren ist so viel gespart worden in den Institutionen, dass ich mich wundere, wie die mit so wenig Personal noch ihre Arbeit schaffen", sagt der Experte. In dem Prozess, wie sich das bergische Städtedreieck in der kulturellen Vielfalt der Regionen in Deutschland und Europa unterscheiden kann, geht es auch darum, eine neue Erzählung für das Bergische Land zu finden.

"Wir müssen uns fragen, ob die industrielle Vergangenheit noch weiterhin als Narrativ trägt", sagt Scheytt. Den Erfinder und Eigenbrötler gebe es zwar auch heute noch, aber vielleicht müsse dieses Bild vom Bergischen ergänzt werden. Der Name "Pina Bausch" als Identifikationspunkt fällt in diesem Zusammenhang.

Nach den Museumsleitern treffen sich die Vertreter der Musikszene und später die der Bühnen. "Wir wollen diesen Prozess mit aller Offenheit gestalten", sagt Scheytt. Er gibt sich nach den ersten Gesprächen und Eindrücken zuversichtlich, dass ein paar gute gemeinsame Projekte entwickelt werden. Im Sommer sollen die Ergebnisse vorgestellt werden. Mit diesen wollen sich die Bergischen dann um lukrative Drittmittel bewerben.

(RP)