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Fußball: In Unterzahl verliert 04/19 das Derby

Fußball : In Unterzahl verliert 04/19 das Derby

Die Ratinger Fußballer geraten bereits in der ersten Halbzeit unter Druck. Erst nach dem Platzverweis für Kapitän Mark Zeh spielt die Mannschaft von Karl Weiß besser. Das reicht aber nur zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Die Ratinger Generaloffensive misslang auf ganzer Linie. Zunächst hoffte Jens Stieghorst vergeblich, bei der großen Verlosung vor der Oberliga-Begegnung gegen den VfB Hilden den Hauptgewinn zu ziehen und die Werbefläche auf der Hildener Trikotbrust zu gewinnen. Schon da ging der Vorsitzende von 04/19 aber leer aus. Und dann bekam seine gute Stimmung durch die 1:2-Niederlage im Derby einen weiteren Dämpfer. Gleichwohl behielt der Präsident die Contenance und bekannte: "Insgesamt war der Hildener Sieg verdient. Uns hat ja erst die gelb-rote Karte aufgeweckt." Damit spielte Stieghorst auf den Platzverweis von Mark Zeh an.

Die erste gelbe Karte handelte sich der Ratinger Kapitän zehn Minuten vor der Pause ein, als er auf Kosten eines Einwurfs einen VfB-Angriff klärte und dann frustriert den Ball wegschlug. Eine knappe Viertelstunde nach dem Wiederanpfiff folgte die zweite, weil Zeh im Zweikampf Pascal Weber umstieß - in der 58. Minute war der Lokalkampf für den 04/19 Mannschaftsführer beendet.

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Zu jenem Zeitpunkt stand es noch 0:0. Das war vor allem dem Umstand geschuldet, dass die Hildener gleich reihenweise gute Chancen liegen ließen. So blockte die Ratinger Abwehr nach einem Freistoß von Stefan Schaumburg den Schuss von Manuel Schulz am langen Pfosten ab, anschließend stand Calli Weber im Abseits (18.). Nur drei Minuten später scheiterte Said Harouz an der kompakten 04/19-Deckung. Nach einem langen Pass von Sascha Dum auf die linke Seite ließ Weber im Zweikampf mit Phil Spillmann die notwendige Entschlossenheit vermissen (26.).

Und dann brachte der Hildener Angreifer Weber das Kunststück fertig, nach einer Schaumburg-Ecke den Ball am rechten Pfosten aus kurzer Distanz über die Latte zu befördern (40.). Nach einem Schaumburg-Freistoß zog der 27Jährige zwar energischer ab, doch Keeper Raschka machte sich ganz lang und lenkte den Ball noch ins Toraus (42.). Und auch die letzte VfB-Möglichkeit in der ersten Halbzeit vergab Weber - diesmal hatte er nach einer Dum-Flanke freie Bahn, jagte die Kugel aber weit über den Kasten (45.). Die beste Ratinger Chance eröffnete sich Carlos Penan nach einem schnellen Vorstoß und Doppelpass mit Ole Päffgen, allerdings war VfB-Torhüter Bastian Sube einen Schritt schneller als Penan am Ball (24.).

Im zweiten Durchgang fanden beide Mannschaften zunächst nicht richtig ins Spiel. Und dann taten sich die Platzherren trotz Überzahl in der Folge sehr schwer. Sascha Dum versuchte es zweimal aus der Distanz, doch Schlussmann Dennis Raschka parierte beide Schüsse (59./64.). Danach blockten die Ratinger einen Versuch von Said Harouz, im Nachsetzen aber bewies Stefan Schaumburg Vollstreckerqualitäten und traf zur 1:0-Führung des VfB 03 - diesmal streckte sich Raschka vergeblich (67.). Auf der anderen Seite probierte es Ismail Cakici aus der Drehung, doch Sube war auf dem Posten (69.). Wenig später klärte der Schlussmann auch gegen Dustin Hoffmann, aber der 26-Jährige glich im Nachsetzen zum 1:1 (72.) aus. Kurz danach trat Calli Weber nach gutem Schaumburg-Pass über den Ball (77.).

Auf dem Kunstrasen entwickelte sich eine spannende Schlussphase. "Bewegt Euch noch einmal", forderte 04/19-Coach Karl Weiß seine Truppe zum Endspurt auf, während sein Gegenüber Marcel Bastians doch etwas konsterniert wirkte. Nach einer Ecke des VfB 03 ging es aber vor dem Ratinger Tor hoch her. Gleich mehrere Hildener versuchten mit aller Macht, den Ball über die Linie zu drücken (84.). Die vielbeinige Abwehr der Gäste und Dennis Raschka wussten das aber zu verhindern. Allerdings verletzte sich der Schlussmann dabei an der Schulter, hielt aber noch bis zum Abpfiff durch. Den Siegtreffer der Platzherren vermochte er jedoch nicht zu verhindern. Zwar drängte Tim Manstein im Strafraum Manuel Schulz bis zur Endlinie ab, doch der VfB-Innenverteidiger schaffte es, den Ball noch einmal zurückzuspielen. Und dann nagelte Pascal Weber das Leder aus vollem Lauf zum 2:1 (87.) unter die Latte - in dem Schuss steckte wohl auch Portion Wut ob der vielen Möglichkeiten, die der Stürmer bis dahin vergeben hatte.

(RP)