Heiligenhaus: Polizei: Auswärtige störten den Umzug

Heiligenhaus: Polizei: Auswärtige störten den Umzug

60 Flüchtlinge sind jetzt in der ehemaligen Pestalozzischule an der Ludgerusstraße untergebracht.

Der Umzug der rund 60 Bewohner des Übergangswohnheimes an der Friedhofsallee, der am Montag unter massivem Polizeiaufgebot erfolgte (RP berichtete) schlägt weiter Wellen. Aufgrund massiver baulicher Mängel, vor allem die Statik der Containerbauten betreffend, hat sich die Stadtverwaltung für eine rasche Räumung des Gebäudes entschieden. Binnen vier Tagen sollten sich die Bewohner auf einen Umzug in die Räume der ehemaligen Pestalozzischule vorbereiten.

Nachdem es am Umzugstag, Montag, zu massiven Auseinandersetzungen an der Friedhofsallee gekommen war, sicherten Stadtwacht und Polizei gestern vorsorglich das Rathaus. Foto: Achim Blazy

"Doch die Situation eskalierte leider", so Bürgermeister Dr. Jan Heinisch. Ein "sensibles Thema", das alle Bereiche des Hauses betreffe. Die Bewohner seien durchaus sehr offen für den Umzug gewesen sein, so Heinisch. "Sie haben sogar selbst mit angepackt." Politische Aktivisten hätten dann die Räumungsaktion vehement gestört, was die Mitarbeiter der Stadtverwaltung dazu brachte, die Polizei anzufordern. Diese machte dann vom Hausrecht der Stadt Heiligenhaus Gebrauch und erteilte den "Störern" Hausverbote, erklärte Polizeisprecher Ulrich Löhe: "Den betreffenden Personen ist die Gewahrsamnahme angedroht worden, die, nachdem sie sich wiederholt dem Hausverbot widersetzt hatten und das Grundstück erneut betraten, letztendlich in sieben Fällen durchgesetzt wurde.

Von diesen sieben Personen war lediglich einer Bewohner des Heimes. Alle anderen waren Besucher. Um die Situation zu beruhigen, wurde einer nach Mettmann gebracht." Die Störer seien höchst provozierend aufgetreten, ein für andere Städte nicht ungewöhnlicher Einsatz, für Heiligenhaus jedoch neu. 58 Flüchtlinge sowie zwei Obdachlose sind nach dem etwa dreistündigen Einsatz der Polizei in die vorübergehende Unterkunft an der Ludgerusstraße gezogen, sie seien dort "gut angekommen", so Sozialdezernent Michael Beck und hätten eine ruhige erste Nacht dort verbracht.

Die Klassenräume seien deutlich größer als die etwa 25 Jahre alten Unterkünfte an der Friedhofstraße, erklärte er, die Bewohner seien entspannt. Nicht nur das Alter der Containerbauten sorge für die baulichen Beeinträchtigungen, vor allem der Einsatz einzelner Bewohner, die mit einem Winkelschleifer selbst für "Durchgänge" in den Wänden gesorgt hätten, machten den Handlungsbedarf dringend, so der Technische Beigeordnete Harald Flügge.

Die Flüchtlings- und Obdachlosenunterkunft an der Friedhofstraße soll nun abgerissen und neu gebaut werden, die Unterkunft in der ehemaligen Pestalozzischule ist vorübergehend. Heinisch: "Es folgen die Entscheidungen der politischen Verantwortlichen sowie eine mehrmonatige Bauzeit. Wir hoffen, dass wir deutlich früher als in einem Jahr fertig werden." Angedacht ist eine feste Sanitär-, Versorgung- und Küchenstelle, dazu je nach Bedarf gemietete Lösungen, so Flügge.

Jörg Saborni, Fachbereichsleiter Soziales, betonte noch einmal, dass nach einigen Jahren der niedrigen Zuweisungszahlen die Zahlen nun wieder stiegen.

(sade)
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