Heiligenhaus: Bahn frei für Radler

Heiligenhaus: Bahn frei für Radler

Die alte Regional-Trasse wird von Gestrüpp befreit, denn hier entsteht ein „Alleen-Radweg“ vonHeiligenhaus bis Wülfrath. Die Strecke wird mit Eichen neu bepflanzt. Die Stadt hat das Gelände gekauft.

Die Natur hat auf der alten Regional-Trasse deutlich Oberhand gewonnen. Die Gleise sind gänzlich verwittert und dichtes Gestrüpp gibt an einigen Stellen gar nicht erst den Blick auf die einstige Bahnverbindung frei. Kaum vorstellbar, dass hier bald Radfahrer auf einem 25 Kilometer langen „Alleen-Radweg“ von Heiligenhaus über Velbert nach Wülfrath beschwingt in ihre Pedalen treten sollen.

„20 Jahre lang genutzt werden“

Doch die Heiligenhauser Bauherren, Bürgermeister Dr. Jan Heinisch, Technischer Beigeordneter Harald Flügge und Michael Krahl, Fachbereichsleiter Straßen- und Ingenieurbau, gaben sich auf dem gestrigen Ortstermin optimistisch: „Wir haben es hier mit einem Bauvorhaben zu tun, das durch seinen interkommunalen Charakter zu einem beliebten Ausflugsziel werden kann“, umschrieb Harald Flügge das Vorhaben. Im Grunde handelt es sich hierbei um eine Zwischenlösung, „bis die Circle Line kommt“. Für die Radfahrer der Region soll sich dieses Warten lohnen. „Ich kann mir vorstellen, dass dieser Weg 20 Jahre lang genutzt werden kann“, so Bürgermeister Dr. Heinisch.

Gestern begannen beim alten Bahnhof an der Bahnstraße, Ecke Entflechtungsstraße, die Gleisrückbauarbeiten für die acht Kilometer lange Teilstrecke. Karl Meißner von der beauftragten Gleisrückbaufirma aus Hohebach, Baden-Württemberg, hat für sich und seine vier Mitarbeiter einen straffen Zeitplan aufgestellt. „In vier Wochen wollen wir die Gleise entfernt haben. Und auch die Verwucherungen und überhängenden Sträucher werden entfernt. Damit alles frei ist für den nächsten Bauabschnitt.“ Der soll im Frühjahr 2009 mit der Bodenaufbereitung beginnen: Schotter schreddern und anschließend Asphaltieren. „Natürlich fallen dann auch erstmal vermessungstechnische Arbeiten an“, sagte Krahl.

Auch eine Neubepflanzung an einigen Stellen entlang des Weges ist geplant. Charakteristisch für den Radweg sollen so genannte Säulen-Eichen werden. „Doch wir haben auch den Auftrag, viele alte Bäume stehen zu lassen“, so Meißner. Die Stadt hatte das Heiligenhauser Teilstück vor drei Jahren im Zuge der Bauarbeiten zur Umgehungsstraße vorsorglich erworben, doch mit einer Nutzung gewartet. Die Förderung durch das Land, das nun 75 Prozent der Kosten übernehmen wird, kam da gelegen. In Velbert soll es laut Rolf Hermanni, Technischer Betrieb der Stadt Velbert, in den Jahren 2009/2010 soweit sein. „Wir müssen aber erst einmal unser Teilstück von der Bahn erwerben.“ Bis dahin können in Heiligenhaus wohl schon die Radfahrer in die Pedalen treten.

(RP)