Ratingen Neuer Krach in der CDU

Düsseldorf · Klaus Bilzer, der stellvertretende Vorsitzende des Stadtverbandes, schießt gegen Rolf Steuwe, den Chef der Ratinger CDU. Seit Monaten werfe man dem Lintorfer Ortsverband „Knüppel zwischen die Beine“, zürnt Bilzer.

Morgen trifft sich der erweiterte Vorstand des CDU-Stadtverbandes in großer Runde. Ein Stelldichein mit Plaudereien wird es nicht geben – zu tief sind die neu aufgebrochenen Risse an Spitze und Basis. Klaus Bilzer, der stellvertretende Vorsitzende des Stadtverbandes und Chef des Ortsverbandes Lintorf, hat gestern im RP-Gegespräch erstmalig offen mit der CDU-Spitze abgerechnet. Zielperson: Rolf Steuwe, der Chef der Ratinger CDU. „Im Grunde wirft man dem Lintorfer Ortsverband seit langem Knüppel zwischen die Beine“, betont Bilzer, der die Wahlen auf der Mitglieder-Sammlung gleich aus mehreren Gründen angefochten hat (die RP berichtete).

Als Aufhänger für einen neuen Konflikt, den er möglicherweise vom Zaun brechen will, sieht er diesen Schritt aber nicht: „Ich habe als stellvertretender Vorsitzender so entschieden, und dies unabhängig von meinen Linforfer Ratskollegen.“ Ihm sei es um die Sache gegangen, legt Bilzer nach, „bei den Wahlen ist einiges schief gelaufen“. Der Lintorfer Politiker kritisiert vor allem den Umgang im Vorstand der Gesamtpartei. „Da wird man in gewisse Dinge erst gar nicht einbezogen“, bemängelt Bilzer, der versichert, dass er und seine Lintorfer Kollegen auf der Mitgliederversammlung des Stadtverbandes am 25. November um die Ratsmandate kämpfen werden. „Bisher war es so üblich, dass der Stadtverband die Abstimmungen in den Ortsverbänden akzeptiert und bestätigt“, untermauert Bilzer, der eine gegenteilige Entwicklung freilich nicht ausschließt. Über den Schritt, die Wahlen der Mitgliederversammlung vom 10. September anfechten zu lassen, habe er im Übrigen auch Stephan Santelmann, den CDU-Bürgermeister-Kandidaten, informiert, sagt Bilzer.

Steuwe formuliert mit offenem Visier, wie er das Verhalten Bilzers innerhalb der Gesamtpartei findet: „Es ist eine Stilfrage, mit der Ankündigung, die Wahl anzufechten, zunächst an die Presse zu gehen und nicht an den Vorsitzenden.“ Zudem würden die speziellen Lintorfer Probleme in den Stadtverband hineingetragen, urteilt Steuwe, der betont, dass die von Bilzer erhobenen Vorwürfe gegen die Rechtmäßigkeit der Wahl haltlos seien. Steuwe: „Im Stadtverband selbst gibt es keine tiefgreifenden Probleme.“

Im Fall der zurückgetretenen Schriftführerin Dr. Annette Heinrich bemüht sich der Vorsitzende des Stadtverbandes um Aufklärung: „Ich habe mich mit ihr zu einem Gespräch verabredet, um die Beweggründe für ihre Entscheidung zu erfahren.“

(RP)
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