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Neusser Kultwirt erhält den Schützenorden "Alabonnör"

Ordensverleihung zum Neusser Schützenfest : „Alabonnör“-Orden für Marienbildchen-Wirt Michael Bott

Der Hubertuszug „Brasselsäck“ zeichnet Michael Bott als 19. Ordensträger aus. Bott ist ein Neusser Kultwirt, der seit 2002 mit der Szenekneipe „Im Neuen Marienbildchen“ an der Neustraße eine der ältesten Gaststätten in der Neusse Innenstadt führt.

Er selbst war wohl am meisten überrascht: „Wie komme ich denn zu dieser Ehre? Was muss ich da machen?“ Wie auch immer: Er nimmt die Auszeichnung an. Neuer Preisträger des Ordens „Alabonnör“ wird somit Michael Bott (66), seit 2002 Wirt der Szenekneipe „Im Neuen Marienbildchen“ an der Neustraße Doch er ist mehr als das. Er ist ein Stück Legende in der Neusser Kneipenlandschaft; über Jahrzehnte hinweg hat er vor allem Vertreter der 68er-Generation mit Bier und Samtkragen versorgt. Er zapfte schon bei Oswald Pichatzek im neuen „Ossi“ an der Büttger Straße. Wer heute 60 Jahre alt ist und Michael Bott nicht kennt, der hat nicht wirklich in Neuss gelebt ...

Und diese gastronomische Laufbahn, die aus Bott letztlich einen Netzwerker machte, wird nun mit einem (Schützen-)Orden gekrönt. Weil die Schützen ganz viel mit (Be-)Schützen zu tun haben, lobten die „Brasselsäck“ im Jahr 2000 erstmals den Orden „Alabonnör“ aus, der an Persönlichkeiten geht, „die sich durch ihr Engagement in besonderem Maße um Neuss verdient gemacht haben“. Zu den Preisträgern gehören unter anderem Kabarettist Martin Maier-Bode, Sozialdezernent Peter Söhngen, Unternehmerin Jutta Zülow oder die Schwestern vom armen Kinde Jesu.

Die „Brasselsäck“ verstehen die Ordensverleihung als Einstimmung auf das Schützenfest. So laden sie alljährlich am Samstag (25.) vor dem Fackelzug ins Zeughaus ein. Oberleutnant Dieter Tischer begrüßt; die Laudatio hält Cornel Hüsch, der sich in seiner Rede vermutlich auch an persönliche Begegnungen mit Michael Bott – nicht selten zur nachtschlafenden Zeit – erinnern wird.

Wenn Michael Bott ein Kultwirt ist, dann ist sein „Marienbildchen“ eine Institution. Arnold Tauwel, Kurt Finaske, Dieter Dahlbeck, Bernd Welzel oder auch Werner Galka standen dort in den vergangenen Jahrzehnten hinter dem Tresen. Und Galka wird es wieder tun. Der „Wunderbar“-Chef übernimmt eine der ältesten Neusser Kneipen im Herbst, wenn Michael Bott in Rente geht. Das ist beschlossene Sache. Alabonnör!

(NGZ)