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ZDF dreht auf der Museumsinsel Hombroich in Neuss

Museumsinsel Hombroich : ZDF dreht auf der Museumsinsel

Einen Tag lang war ein Fernsehteam auf der Museumsinsel unterwegs, um einen Film zu drehen. Der soll Ende des Monats das erste Mal vor der „heute“-Sendung ausgestrahlt werden.

Die Museumsinsel Berlin, die Staatlichen Sammlungen in Dresden, das Bauhaus in Dessau  – allemal findet sich die Museumsinsel Hombroich für eine neue Reihe im ZDF in prominenter Riege wieder. Derzeit ist ein Team mit Regisseur, Schauspieler und Kameraleuten in Deutschland unterwegs, um die interessantesten Orte der Kultur in allen Bundesländern in Wort und Bild zu erfassen und per Ausstrahlung im Fernsehen für den Besuch derselben zu werben. „Kulturelle Reise“ nennt Astrid Kämmerer das Vorhaben, das sie und das Dreh-Team für einen Tag nach Hombroich verschlug.

Die stellvertretende Marketing-Chefin des Mainzer Fernsehsenders hat das Konzept für die Sendereihe nach dem Motto „Hier ist Kultur zuhause“ ersonnen, wobei die Idee in der  Kulturredaktion des Senders entstanden sei, sagt sie. Dabei geht es in erster Linie darum, besondere Museen vorzustellen. „Natürlich wollen wir auch Werbung für die Museen machen“, sagt Kämmerer, „und möglichst viele Zuschauer bewegen, sich aufzumachen.“

Verpflegung muss mit dem Rad angefahren werden. Foto: Helga Bittner

Die erwartete Zuschauerzahl von vier bis fünf Millionen, die den TV-Spot vermutlich sehen werden, treibt Tatjana Kimmel, Sprecherin der Stiftung Insel Hombroich, allerdings eher Schweißperlen auf die Stirn: „Bitte nicht alle auf einmal“, sagt sie, lachend und seufzend zugleich. Denn schon jetzt kommt die „Insel“ bei gutem Wetter an den Wochenenden oft genug an ihre Fassungsgrenze.

  Gleichwohl war nicht nur Kimmel, sondern auch der Geschäftsführer der Stiftung, Frank Boehm, sofort von der Idee des ZDF angetan. „Wir könnten eine solche Werbekampagne niemals finanzieren“, sagt Kimmel trocken, und Boehm ließ sich gern interviewen (wie auch Hombroichs Gartenchef Burkhard Damm und Hans-Willi Notthoff von der Führungsmannschaft). Morgens um fünf Uhr hat das Dreh-Team des ZDF unter Regisseurin Sylvia Borges mit der Arbeit begonnen, die Pavillons gefilmt, und die Kunst, aber auch die Natur wie den großen Teich im Alten Park: „Wir haben noch ein bisschen künstlichen Nebel erzeugt“, sagt Kämmerer lachend, „dann sieht er noch geheimnisvoller aus.“

Das tolle Sommerwetter hat ihnen dabei durchaus in die Hände gespielt, aber „wir hätten so oder so gedreht“, betont die Marketingchefin. Insgesamt sollen am Ende des Jahres fünf Filme dieser Art fertig sein, erzählt sie: „Ausgestrahlt werden sie vor der ,heute’-Sendung.“ Wie oft das sein wird, sei nicht festgelegt, aber: „Der Film über die Museumsinsel Berlin ist sicherlich schon 40 Mal gelaufen.“

Kleiner „Gepäckwagen“ für Getränke und Essen. Foto: Helga Bittner

Und dennoch: Gegenüber dieser Museumsmeile nimmt sich Hombroich doch eher wie eine Kleinigkeit aus, oder? Wie also ist das Team auf die „Insel“ gekommen, die nun immerhin auch ein bisschen das Bundesland NRW in Sachen Museumslandschaft repräsentiert? „Ein Kollege brachte sie ins Spiel“, sagt Kämmerer, und ein erster Besuch auf der „Insel“  habe sogleich alle überzeugt. Sie selbst ist das erste Mal in Hombroich – und völlig begeistert. „Wir könnten auch drei Tage drehen“, sagt sie und hat dabei auch die Raketenstation im Blick, wo die Interviews gemacht wurden.

So aber sind es „nur“ zwölf Stunden, die das 18-köpfige Team auf der Insel verbringt – geführt natürlich von Stiftungsmitarbeitern und versorgt von Assistenten, die Getränke und Essen per Fahrrad herrankarren. Drei „units“, (Einheiten) hat das Team gebildet – eine ist zum Beispiel mit der Kameradrohne unterwegs. Dabei macht das Team die eigene Arbeit auch zum Gegenstand eines Films, der auf der Homepage die Entstehung des Kulturspots zeigen wird. Ende Juli soll alles zusammen, wenn es nach Plan geht, ausgestrahlt werden.