Neuss: Diese Hilfe brauchen Flüchtlinge

Neuss : Diese Hilfe brauchen Flüchtlinge

Hygieneartikel, Malzubehör für Kinder und Wohnungen für große Familien werden im Moment am dringendsten in Neuss benötigt. Die Kleiderlager der Heime und Wohlfahrtsverbände sind dagegen randvoll.

Bei der Organisation der Flüchtlingshilfe ist Neuss einen Schritt weiter: Stadt, Kirchengemeinden und Sozialverbände haben jetzt Ansprechpartner benannt, die die Hilfe in den Ortsteilen koordinieren sollen.

So ist der Malteser Hilfsdienst für Innenstadt, Hammfeld und Grimlinghausen zuständig, die Arbeiterwohlfahrt für Furth-Mitte, Furth-Nord, Weißenberg, Vogelsang und Holzheim, der Sozialdienst katholischer Männer für Erfttal und Derikum/Norf, der Sozialdienst katholischer Frauen für Weckhoven, das Deutsche Rote Kreuz für Reuschenberg, das Diakonische Werk für Furth-Süd, die Caritas Sozialdienste für das Barbaraviertel, und für die übrigen Stadtteile sind Kirchengemeinden vor Ort benannt. Die genaue Liste ist auf der Internetseite der Stadt (www.neuss.de) unter dem Stichwort "Flüchtlingshilfe" zu finden. Bis Ende des Jahres sollen die Strukturen geschaffen werden, um Sach- oder Geldspenden sowie ehrenamtliche Hilfe sinnvoll einzusetzen.

Im Moment sind die meisten Neusser Kleiderkammern voll, weil die Spendenbereitschaft groß ist, die Lager jedoch dafür nicht ausreichen. Selbst in der Zentralen Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Alexianer-Krankenhaus besteht zurzeit ein Annahmestopp. Gebraucht werden dort jedoch weiterhin Kinderwagen und Kindersitze. Auch im Heim in der früheren Schule am Wildpark können im Moment keine Sachspenden entgegen genommen werden, berichtet Pfarrer Michael Tewes.

Grundsätzlich nimmt die Caritas (Schulstraße 6, Telefon 02131 275435) nach eigenen Angaben gut erhaltene Kleidung, Geschirr und Kindersachen für Flüchtlinge entgegen. Die Sachen werden sortiert und dann in die Flüchtlingsunterkünfte gebracht.

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) benötigt vor allem Hygieneartikel. "Wir brauchen Feuchttücher, Damenhygieneartikel und Kindershampoo", berichtet Awo-Geschäftsführer Bülent Öztas. Außerdem freue man sich über Malsachen für Kinder, wie Papier und Stifte. Die Sachspenden. können in der Geschäaftsstelle an der Schwannstraße 6 oder an der Adolfstraße 76 abgegeben werden.

Besonders dringend sucht die Stadt zudem Wohnraum für große Familien. Wohnungsangebote können an den Leiter der städtischen Übergangsheime, Dirk Witte, (Mail: dirk.witte@stadt.neuss.de) gerichtet werden.

Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich an die Stadt (www.neuss.de) oder die Caritas (caritas.erzbistum-koeln.de/neue-nachbarn-neuss/) sowie die örtlichen Ansprechpartner wenden. Die Arbeiterwohlfahrt sucht insbesondere Helfer, die den Neuankömmlingen eine Orientierungshilfe in der Stadt geben. "Viele wissen nicht, wie man sich in der deutschen Gesellschaft verhält", berichtet Geschäftsführer Öztas. Die Awo bilde die Helfer entsprechend aus. "Wir machen zunächst eine Potenzialanalyse." Je nach Einsatz werde um ein Führungszeugnis gebeten.

Ein zentrales Neusser Spendenkonto für Flüchtlinge gibt es noch nicht. "Am 6. Oktober wird die Aufgabenverteilung mit den Wohlfahrtsverbänden besprochen", sagt Stadtsprecher Tobias Spange. "Vielleicht wird dann auch ein gemeinsames Konto eingerichtet." Einige Verbände haben bereits eigene Spendenkonten für Flüchltinge.

Hier geht es zur Infostrecke: Was ist was - Begriffe zum Thema Flüchtlingsunterkünfte

(sug)
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