Neuss: Schüler erfolgreich zum Beruf führen

Neuss : Schüler erfolgreich zum Beruf führen

Seit zehn Jahren arbeiten die Janusz-Korczak-Schule und die Galeria Kaufhof zusammen.

Ein Praktikum während der Schulzeit kann die Weichen für die spätere Berufswahl stellen. "Wir versuchen, pro Jahr ein bis zwei Auszubildende von der Janusz-Korczak-Schule zu gewinnen", berichtet Sabine Eichhorn-Kraa aus der Geschäftsleitung der Galeria Kaufhof. Dies gelinge auch. "Denn wir bieten viel. Man kann bei uns schnell Karriere machen." Ein Korczak-Schüler sei beispielsweise mittlerweile Abteilungsleiterassistent in Hamburg.

Seit zehn Jahren besteht eine Lernpartnerschaft zwischen der Gesamtschule und dem Warenhaus. Zur beiderseitigen Zufriedenheit. "Die Zusammenarbeit läuft gut", bestätigt Lehrer Ulrich Burk, der die Partnerschaft mit betreut. "Jeden Januar machen drei bis vier Neunt- und Zehntklässler dort ein Praktikum." Wahlweise im Verkauf oder im Bereich Gestaltung. Hinzu kämen verschiedene Projekte und Veranstaltungen über das Jahr verteilt: Mitarbeiter der Galeria-Kaufhof führen unter anderem mit den Schülern Bewerbungs- und Assessment-Center-Trainings durch, informieren die Eltern, wenn es um die Berufswahl der Kinder geht, und stellen Unternehmen und Karrieremöglichkeiten in der "Themenwoche Berufsorientierung" vor.

"Ein Beruf im Einzelhandel ist für junge Menschen meist nicht die erste Wahl", weiß Sabine Eichhorn-Kraa. "Viele sind von den Arbeitszeiten abgeschreckt." Dieses Vorurteil könne man während des Praktikums ausräumen. "Zurzeit haben wir zwei ehemalige Janusz-Korczak-Schüler unter den Auszubildenden", berichtet sie. Ausgebildet werde zu Kaufleuten im Einzelhandel oder zu Gestaltern für visuelles Marketing. Aus dem letzten Jahr sei eine junge Frau nach der Lehre in Vollzeit übernommen worden.

Für den Neusser Kaufhof ist die Lernpartnerschaft mit der Janusz-Korczak-Schule die einzige, die Schule dagegen unterhält noch zwei weitere mit den Unternehmen Dachser und Dresen. "Kein Schüler soll nach der zehnten Klasse die Schule ohne Perspektive verlassen", sagt Ulrich Burk. Dies gelinge meist auch. "Lehrer und Schüler sind sehr engagiert", lobt Eichhorn-Kraa.

(sug)
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