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Neuss: Caritas baut Theresienheim um

Neuss : Caritas baut Theresienheim um

Weil die ehemalige Klausur der Karmelitinnen zur Verfügung steht, wird das Seniorenpflegeheim künftig nur noch Einzelzimmer anbieten können. Zudem entstehen zehn neue Appartements für betreutes Wohnen.

Neu schlägt alt: Diese Regel im Wettbewerb der Seniorenpflegeheime möchte der Caritasverband mit der Modernisierung des Theresienheimes in Weckhoven durchbrechen. Denn nach zwei Jahren Bauzeit soll das 105-Betten-Haus nicht nur in jeder Hinsicht einem Neubau vergleichbar sein, sondern den Menschen darin auch mehr Platz bieten als in modernen Häusern heute von den Trägern genehmigt und finanziert wird. Zehn Millionen Euro lässt sich die Caritas dieses Vorhaben kosten.

Architekt Walter Maier, Caritas-Geschäftsführer Hans-Werner Reisdorf und Heimleiterin Eva Szynaka (v.l.) stellten die Pläne für die Umgestaltung des 37 Jahre alten Theresienheimes vor. Die alten Balkone ( Foto: Maier Architekten, Köln/Foto: A. Baum

Mehr Platz kann das Haus seinen Bewohnern bieten, weil sich nach dem Auszug der Karmelitinnen vom Göttlichen Herzen Jesu eine enorme Raumreserve auftut. 1975 hatte der Orden das Haus gebaut und bis 2007 geführt, aber auch danach waren einige Schwestern in der Einrichtung geblieben. Kurz vor Ostern verließ die letzte Nonne den Konvent Richtung Mutterhaus.

Der Bereich der ehemaligen Klausur kann allerdings nicht komplett dem Altenheim zugeschlagen werden, denn es bleibt bei 105 Bewohnern. Allerdings wird jedem davon künftig ein Einzelzimmer zur Verfügung stehen und die Vorgabe des Landschaftsverbandes mehr als erfüllt. Der schreibt allen Heimbetreibern vor, bis 2018 den Anteil der Einzelzimmer auf 80 Prozent zu steigern. "Wenn Paare zusammenleben wollen, finden wir aber einen Weg", versichert Hans-Werner Reisdorf, Geschäftsführer der Caritas Seniorendienste.

Der Umbau des Theresienheimes sieht drei große Komplexe vor, berichtet er. Vor allem anderen geht es darum, das Seniorenheim umzubauen, zu modernisieren und energetisch zu sanieren. Fassade, Dach, Haustechnik — alles wird neu. Deutlichster Unterschied nach außen wird sein, dass die vielen kleinen Balkone verschwinden. "Die Praxis hat gezeigt, dass die kaum genutzt werden", berichtet Eva Szynaka, die Leiterin des Hauses. Sie werden aufgegeben zugunsten großer Gemeinschaftsbalkone, je zwei je Etage und Wohnbereich. Den mobilen dementen Bewohnern, denen im vierten Geschoss besondere Betreuungsangebote gemacht werden, steht ein geschützter Außenbereich im Garten zur Verfügung, gemeinschaftlich mit den anderen genutzt. "Wir wollen keine Isolierung", erklärt Szynaka.

Im Erdgeschoss wird künftig keine Pflege mehr stattfinden. Neben Gemeinschaftsräumen des Theresienheimes werden dort zehn Appartements für betreutes Wohnen eingerichtet. Sie werden zuletzt bezogen und können bis dahin genutzt werden, um Hausbewohner während der Bauarbeiten im Bestand umzusetzen. Ausquartiert wird niemand.

Teil drei des Paketes, für das Architekt Walter Maier die Pläne machte, sieht einen barrierefreien Umbau von 24 Sozialwohnungen in Nachbarschaft des Heimes vor.

(NGZ/rl)