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Neuss: Romaneum: Bau mit Mängeln

Neuss : Romaneum: Bau mit Mängeln

Vor gut einem halben Jahr wurde das neue Bildungshaus mit Musikschule, VHS und Fernuni Hagen offiziell eröffnet. Nun müssen einige Handwerker wiederkommen – zur "Restmängelbeseitigung".

Vor gut einem halben Jahr wurde das neue Bildungshaus mit Musikschule, VHS und Fernuni Hagen offiziell eröffnet. Nun müssen einige Handwerker wiederkommen — zur "Restmängelbeseitigung".

Armin Krüger, Betriebsleiter des städtischen Gebäudemanagements, spricht von einer "ganz normalen Angelegenheit". Dass nun gut sechs Monate nach der Eröffnung neben Dozenten, Schülern und Kursteilnehmern auch wieder Handwerker in den Räumen unterwegs sind, gehöre zur "Baustellen-Restabwicklung".

"Ich gebe allerdings zu, dass einige Dinge schon hätten erledigt sein können", sagt Krüger und erklärt die Verzögerung mit Krankheitsfällen im eigenen Haus und Personalwechseln im Bereich der Bauleitung des ausführenden Bauträgers Frauenrath.

So hätten sich alle Beteiligten erst im August zusammensetzen und eine Mängelliste erstellen können, die nun "sukzessive abgearbeitet" werde. Krüger spricht in erster Linie von Schönheitsfehlern à la fehlenden Griffen an Schiebekulissen oder einem Sprung in einer Fensterscheibe, die ausgetauscht werde. Diese Liste kann Gerhard Heide ergänzen: "Uns fehlen zum Beispiel Bilderleisten in den Kreativräumen." Weitere "Kleinigkeiten" präzisiert der Leiter der VHS nicht, betont aber, es sei nichts, was "die Arbeit der 250 Dozenten irgendwie behindert".

Das sieht in der Musikschule schon anders aus: So kann das Tonstudio bis jetzt nicht genutzt werden, weil die entsprechende Verkabelung fehlt. Das größte Problem aber ist die Klima- und Entlüftungsanlage im Pauline-Sels-Saal, was auch Armin Krüger als "größten Nacharbeitungspunkt" definiert. Dass dort dringend Handlungsbedarf bestehe, sieht auch Jochen Büttner, stellvertretender Leiter der Musikschule, so. Und er ist zuversichtlich nach dem "konstruktiven Gespräch" im August. Dass in dem Raum, in dem er selbst unterrichtet, der Bewegungsmelder so angebracht ist, dass das Licht jedes Mal ausgeht, wenn er sich ans Klavier setzt, nimmt er lächelnd als Bagatelle hin — und nicht etwa als Wink mit dem Zaunpfahl.

"Ich bin ganz entspannt", sagt Krüger, "der Bauunternehmer hat zugesagt die Mängel zu beseitigen — und das natürlich ohne irgendwelche Vergütungsansprüche." In ein paar Wochen, so hofft der Chef des Gebäudemanagements, sei alles erledigt. Die noch fehlenden Außenleuchten seien dann ebenso angebracht wie der Weg hinter dem Gebäude, der inzwischen geschottert ist, mit Grauwacke belegt sei.

21 Millionen Euro hat das Prestige-Gebäude gekostet. Dabei liege die Kostenüberschreitung bei unter einem Prozent, sagt Krüger. Die entstandenen Mehrkosten durch die Bodendenkmäler seien im Hauptauftrag nicht berücksichtigt worden.

(NGZ/rl)