Analyse: Die Sanierung ist nur der erste Akt

Analyse : Die Sanierung ist nur der erste Akt

Die Werner-Jaeger-Halle wird von Grund auf saniert und aufgehübscht. Die Umbauzeit wird hart, denn dafür müssen Ausweichspielplätze gefunden werden Gerade eine mit hohem Aufwand hergerichtete Halle verlangt ein zugkräftiges Programm

Eine wichtige Entscheidung haben die Mitglieder von Schul- und Kulturausschuss getroffen: Sie votierten mit deutlicher Mehrheit für eine Sanierung der Werner-Jaeger-Halle. Der markante Betonbau, das zugleich Schulaula und Theatersaal ist, soll zudem attraktiver werden, etwa durch einen neuen Eingangsbereich.

Eine Entscheidung, die wohl alternativlos ist. Zum einen braucht das Werner-Jaeger-Gymnasium eine Aula. Eine Investition in die Halle ist damit zugleich eine Investition in die Zukunft von Nettetals einzigen Gymnasium. Zum anderen verfügt Nettetal mit seinem Theater über eine kulturelle Bühne, die viele Städte vergleichbarer Größenordnung vor Neid blass werden lassen. Diese Bühne aufzugeben und auf kleine, dezentrale Spielorte zu verlagern, währe fahrlässig.

Das Millionen-Bauvorhaben selbst ist schon eine Herausforderung: Lässt sich der Kostenrahmen einhalten?, lautet die zentrale Frage. Man muss gar nicht erst nach Berlin oder Hamburg blicken, um Projekte zu finden, die den Kostenrahmen gnadenlos sprengen.

Kulturfreunde werden sich auf eine Übergangszeit einstellen müssen. Ein adäquater Ersatz für die Werner-Jaeger-Halle mit 517 Sitzplätzen ist nicht vorhanden; hier werden wohl kleinere Alternativen gefunden werden müssen.

Die Sanierung der Werner-Jaeger-Halle ist der geeignete Zeitpunkt, einen kritischen Blick auf das Angebot und die Auslastung der Halle zu werfen. Mit Jürgen von der Lippe, Martin Maier-Bode oder Mirja Boes kommt durchaus TV-Prominenz in die Seenstadt. Warum nicht eine Kindertheaterreihe, Bühnenstücke für Jugendliche, weitere Konzerte, Krimilesungen oder Gitarrenwochen, um die Bühne besser auszulasten?

Auf sinkende Besucherzahlen sollte reagiert werden. Denn leere Sitzreihen in einer mit hohem Kostenaufwand sanierten Werner-Jaeger-Halle - dafür gibt es keinen Applaus.

(busch)
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