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Nettetal: Balance zwischen Hobby und Schule

Nettetal : Balance zwischen Hobby und Schule

Die Proben für "Peterchens Mondfahrt" in der Tanzwerkstatt in Lobberich laufen auf Hochtouren. Es ist oft nicht leicht für die Akteure, den Spagat zwischen Schule und Hobby zu finden.

Die 14-jährige Christin Glasmachers ist müde. Es ist Freitag Abend, und die Mädchen haben jetzt noch ein zweistündiges Training vor sich. Bereits mittags war Christin in der Tanzwerkstatt, um mit den kleinen "Bonbons" für die große Aufführung "Peterchens Mondfahrt" zu proben. Momentan verbringen besonders die Solotänzerinnen viel Zeit bei Ballettlehrerin Simone Schmitz. Besonders sie müssen jetzt diszipliniert sein. Das ist oft nicht einfach, wenn parallel wichtige Klausuren und Tests geschrieben werden, Referate vorzubereiten sind oder für mündliche Prüfungen gelernt werden muss.

Die Tänzerinnen im Alter zwischen 14 und 25 Jahren stellen sich im Tanzsaal auf. Sie machen sorgsam einige Aufwärm-Übungen, bevor sie sich mit den Tänzen der Aufführung beschäftigen. In der letzten halben Stunde steht dann noch Tanzen auf Spitzenschuhen auf dem dicht gedrängten Trainingsprogramm. "Wir haben an einigen Wochenenden Sonderproben angesetzt", sagt die Inhaberin der Tanzwerkstatt, Simone Schmitz.

Gedanken um ihre Kostüme haben sich die älteren Tänzerinnen selbst gemacht und dabei ihrer eigenen Kreativität freien Lauf gelassen. "Die Aufregung wird ganz kurz vorher kommen", weiß Judith Rotering, die die Rolle des Mondmannes bekommen hat. Auch die anderen Rollen von Taumarie, Nachtfee, Donnermann, Regenfritzeline, Sturmriese, Hagelhans, Frau Holle, Blitzhexe und Sonne hat Simone Schmitz längst unter ihren Schülerinnen und Schülern verteilt. "Ich habe die Solos nach Lernstand der Tänzerinnen vergeben und ein wenig auch nach dem Charakter", erklärt Schmitz mit einem Zwinkern. Durch das "getanzte Märchen" wird die Vorleserin Sabrina Rhunau führen. So entsteht ein Mix aus Geschichte von "Peterchens Mondfahrt" und den dazu entsprechenden Tänzen.

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Die meisten der jungen Frauen haben bereits im frühen Kindesalter mit dem klassischen Ballett angefangen. Mittlerweile trainieren viele von ihnen zwei- bis dreimal in der Woche. Simone Schmitz weiß aus langer Erfahrung, wann die Mädchen mit dem Ballett aufhören. Sie kennt auch die Gründe: "Mit dem Wechsel in die weiterführenden Schulen müssen sich viele dann für ein Hobby entscheiden." Die älteren Tänzerinnen können ihre Hobbys da schon besser "koordinieren". Klavier spielen, reiten, Funkemariechen sind nur eine kleine Auswahl der der Hobbys, die die jungen Frauen pflegen. Alle aus der Gruppe haben aber eine besonders große Leidenschaft fürs Tanzen. Die Aufführung ist für sie eine Belohnung für das, wofür sie so viel trainiert haben. Elisa Böcker ist seit vielen Jahren in der Ballettschule, schon bei Katja Kelping hat die 15-Jährige getanzt. Umso trauriger ist sie, dass sie ausgerechnet an den Tagen der Aufführung mit der Schule verreist ist. "Das ist der Konflikt, den man ständig hat", so Elisa und die anderen aus ihrer Gruppe stimmen ihr nickend zu.

(janj)