Unsere Woche: Nach hinten gucken bringt nichts!

Unsere Woche: Nach hinten gucken bringt nichts!

Hochschule, Rechenzentrum, Landesgartenschau, Finanzamt: Es läuft in Kamp-Lintfort. In Moers dagegen macht sich das Gefühl breit, dass die Stadt bald nicht mehr viel zu bieten hat. Selbstverständlich stimmt das nicht ...

Liebe Moerser, haben Sie eigentlich auch den Eindruck, dass irgendjemand in Kamp-Lintfort den Heiligen Gral gefunden hat? Hochschule, Rechenzentrum, demnächst die Landesgartenschau und das Finanzamt: Das sind alles Sachen, die Moers nicht, nicht mehr oder nicht mehr lange hat - unsere weniger als halb so große Nachbarstadt hingegen schon. Mit der in dieser Woche vom Verkehrsausschuss des Landtags genehmigten Reaktivierung der Niederrheinbahn wird es in "KL" künftig eine eigene Schienen-Anbindung an das Oberzentrum Duisburg geben. Die Zahl der Gästeübernachtungen ist dort im vergangenen Jahr um 29,9 Prozent gestiegen. In Moers sank sie um 0,5 Prozent. Es läuft also in Kamp-Lintfort, in Moers dagegen macht sich das Gefühl breit, dass die Stadt bald nicht mehr viel zu bieten hat. Selbstverständlich stimmt das nicht.

Moers hat viel, wovon Menschen in anderen Städten träumen: eine Innenstadt mit Flair, einen funktionierenden Einzelhandel, wenig Leerstände, eine breite Schullandschaft, kreative Köpfe, viel Grün, Kultur und sogar ein Schloss. Bei allem berechtigten Schimpfen über Fortzüge und verpasste Chancen sollte sich das doch jeder bewusst machen. Vielleicht hilft es auch, zu sagen: Was weg ist, ist weg - nach hinten gucken bringt nichts, da vorne geht's lang! Das gilt nicht nur für den Bürgermeister. Am 10. April startet das Bürgerforum zum Werkstattverfahren für das "Quartier Haagstraße". In Nachbarschaft zum Kastellplatz - also in bester Lage - sollen neue Wohnhäuser entstehen. Wäre doch toll, wenn sich die Moerser dort konstruktiv einbringen - und am Ende etwas richtig Gutes mit Strahlkraft entsteht. julia.hagenacker@rheinische-post.de

(RP)