Moers: Märchenhaftes Tanztheater am Adolfinum

Moers: Märchenhaftes Tanztheater am Adolfinum

Das "Yinchan Arts Theatre" erzählte, wie die Liebe religiöse und kulturelle Unterschiede überwindet.

Die zunächst unglückliche Liebesgeschichte von Hai Zehn und Narsu war Gegenstand einer ungewöhnlichen Tanztheater-Aufführung im Moerser Adolfinum-Gymnasium. Auf Initiative der dort unterrichtenden Chinesisch-Lehrerin Yihu Schlossarek und des "Konfuzius-Institutes Metropole Ruhr" an der Universität Duisburg-Essen zeigte das öffentliche Theater der Stadt Yinchuan nach einer kurzen Begrüßungsansprache von Adolfinum-Direktor Hans van Stephoudt in der Schulaula das Stück "Der Mond über dem Helan-Gebirge".

Hai Zhen ist ein hübsches chinesisches Mädchen, das in einer wunderschönen fruchtbaren Gegend am Fuße des Helan-Gebirges die Schafe ihres Vaters hütet. Narsu ist der attraktive Sohn eines reichen arabischen Geschäftsmannes namens Hanson, der die Seidenstraße entlangzieht und dort Handel treibt. Noch kennen sich Hai Zhen und Narsu nicht, doch das soll sich bald ändern. Als Hanson eines Tages aus Furcht vor einer vagabundierenden Räuberbande eine Ausweichroute wählt und dabei mit seiner Karawane in einen gefährlichen Sandsturm gerät, erhält er unverhofft Hilfe von Hai Zhens Vater und den übrigen Mitbewohnern seines Dorfes. Dabei lernen sich die beiden jungen Leute kennen und lieben. Doch deren Väter verweigern dem Paar wegen des großen religiösen und kulturellen Unterschiedes ihren Segen.

Das "Yinchan Arts Theatre", eines der ältesten Theater des autonomen Gebietes Ningxia im Nordwesten Chinas war die Hauptattraktion eines großen chinesischen Frühlingsfestes in der Duisburger Mercatorhalle und gab außer im Moerser Gymnasium Adolfinum nur noch eine weitere Vorstellung im Essener Burggymnasium. Darüber hinaus hatten die Moerser Gymnasiasten vor der Vorstellung die Möglichkeit, sich in einem Workshop in die Besonderheiten des chinesischen Tanzes einführen zu lassen. Trotz der Einzigartigkeit dieses tänzerischen Bühnenereignisses blieben die Stuhlreihen in der Moerser Adolfinum-Aula anfangs noch erstaunlich leer. Doch der Saal füllte sich rasant, bis schließlich nur noch einige Plätze frei waren. Und was die Zuschauer sahen, war nicht nur für Ballett-Enthusiasten ein Erlebnis. Ausgestattet mit wunderbar exotischen Kostümen, tanzte das gut 30-köpfige Ensemble des Yinchuan-Theaters knapp zwei Stunden lang in tollen Zweier - und Gemeinschaftsszenen die zunächst unglückliche Liebesgeschichte der hübschen chinesischen Hai Zhen und ihres arabischen Liebsten Narsu. Letzterer war auf Wunsch seines besorgten Vaters schließlich mit dessen Karawane weiter gezogen, konnte seine Hai Zhen, aber auch sie ihren Geliebten Narsu, nicht vergessen.

Als die Karawane seines Vaters auf ihrem weiteren Handelsweg auf die vagabundierenden Räuber stößt, und Hanson tödlich verletzt wird, erteilt er dem Paar im Todeskampf doch noch seinen Segen. Am Ende lassen sich seine arabischen Verwandten friedlich neben denen von Hai Zhen nieder und gründen eine allseits harmonische Gemeinschaft. Eine zugegebenermaßen märchenhafte Geschichte, die aber im Moerser Adolfinum mit so viel Zauber präsentiert wurde, dass man die Vorstellung am Ende nur noch mit einem Lächeln auf den Lippen verlassen konnte.

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