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Mönchengladbach: Vandalismus in der Citykirche

Mönchengladbach : Vandalismus in der Citykirche

In der Nacht zu Samstag haben unbekannte Täter im Gotteshaus am Alten Markt gewütet. Sie kletterten über das Dach in die Citykirche hinein, zerstörten Kunstwerke und verschmierten Wachs und den Schaum vom Feuerlöscher.

Als Küster Manfred Hetzel wie immer am Samstagmorgen um 8.30 Uhr die Citykirche aufschloss, traute er seinem Augen nicht: Die Ausstellung der Gelderner Künstlerin Rosa Gabriel in großen Teilen zerstört, Schaum aus dem Feuerlöscher im ganzen Kirchenraum versprüht, der Altar mit Wachs verschmiert, das ewige Licht erloschen.

Gemeinsam mit der Polizei trafen Pfarrer Dr. Albert Damblon und der Vorsitzende des Bauvereins Citykirche, Dirk Heinemann, ein, die Künstlerin wurde informiert. Damblon und Heinemann sind erschüttert. "Wer macht denn so erwas?", fragen sie sich schockiert.

An der Orgel zu schaffen gemacht

Die Polizei rekonstruiert den Ablauf so: In der Nacht von Freitag auf Samstag kletterten Unbekannte über das Gerüst, das wegen der Sanierungsarbeiten an der Nordwand der Kirche steht, hoch bis aufs Dach.

Durch eine der Gauben gelangten sie offenbar in den Dachstuhl, von da aus in den Turm bis zur Orgel und dann hinab in den Kirchenraum. "Schon an der Orgel haben sie sich zu schaffen gemacht", sagt Stefan Offermanns von der Polizei. Ganz schlimm wüteten die Täter dann in der Ausstellung und im Altarraum.

"Die Künstlerin hat bitterliche Tränen vergossen, als sie sah, was mit ihren Kunstwerken passiert ist", sagt Dirk Heinemann. Das Glas der Vitrinen ist eingeschlagen, Kunstwerke sind verschwunden, andere von der Wand gerissen und brutal zerstört. Bücher, die die Künstlerin über Jahrzehnte gesammelt hatte und in den Ausstellungsvitrinen zeigte, sind entwendet worden.

"Das ist ein ungeheurer Verlust", sagt Dirk Heinemann. Rosa Gabriel stellt mit ihren oft geflochtenen und verwobenen Gebetsteppichen, Schriftrollen und Gewändern Verbindungen zwischen dem jüdischen, christlichen und muslimischen Glauben her. "Wir gehen aber nicht davon aus, dass die Täter religiöse Motive haben", sagt Stefan Offermanns.

"Da ist die Arbeit von Jahren zerstört worden", sagt Albert Damblon. Die Ausstellung sei selbstverständlich versichert gewesen, aber "der ideelle Wert ist natürlich nicht zu ersetzen." Und Dirk Heinemann kann immer noch nicht fassen, mit welcher Brutalität die Täter in der Kirche wüteten.

"Die haben die Altarkerzen angezündet und den Wachs überall vergossen und verschmiert", sagt er. Es wird Tage dauern, bis die Spuren der Zerstörung beseitigt sind. Offenbar verließen die Täter mit den gestohlenen Kunstwerken die Kirche auch wieder übers Dach. Ein Stück der Dachpappe auf dem Seitenschiff ist zerschnitten.

(RP)