Mönchengladbach: Stefan Wimmers tritt für die FWG an

Mönchengladbach : Stefan Wimmers tritt für die FWG an

Er war über Jahrzehnte eine prägende Figur in der CDU – jetzt will Stefan Wimmers für die Freie Wählergemeinschaft in den Rat einziehen. Nächste Woche entscheiden die Mitglieder, ob der 52-Jährige ihr Oberbürgermeister-Kandidat wird.

Er war über Jahrzehnte eine prägende Figur in der CDU — jetzt will Stefan Wimmers für die Freie Wählergemeinschaft in den Rat einziehen. Nächste Woche entscheiden die Mitglieder, ob der 52-Jährige ihr Oberbürgermeister-Kandidat wird.

Es ist das politische Comeback des Jahres. Stefan Wimmers, früherer Bezirksvorsteher Stadtmitte und Fast-Oberbürgermeister, kehrt wenige Wochen nach seinem Austritt aus der CDU zurück auf die politische Bühne. Wimmers ist in die FWG eingetreten und steht bei der Mitgliederversammlung am kommenden Freitag als Kandidat der freien Wähler für das Oberbürgermeisteramt zur Verfügung.

Er selbst mag das zwar so klar noch nicht benennen. "Im Fußball würde man sagen: Ich will der Mannschaft weiterhelfen. Deswegen spiele ich da, wo der Trainer mich aufstellt." Es liege ihm als ganz frisches Mitglied fern zu sagen: "Hoppla, jetzt komm ich." Und auch der Parteivorsitzende Erich Oberem will der Versammlung nicht vorgreifen: "Über unsere Kandidaten für die Wahlbezirke und das Amt des Oberbürgermeisters entscheiden einzig und allein unsere Mitglieder. Wir sind in der glücklichen Lage, in unseren Reihen gleich mehrere Mitglieder zu haben, die qualifiziert sind." Daran, wem sein Vertrauen gehört, lässt der Parteigründer allerdings keinen Zweifel: "Meine Stimme bekommt Stefan Wimmers."

Oberem — der einst selbst wie nun Wimmers im Streit aus der CDU austrat — freut sich spürbar über den Coup. "Stefan Wimmers ist uns sehr willkommen, weil er ein hoch qualifizierter Mann ist, der weiß, was er will. Er wird uns weiterbringen. Wir brauchen keine gleichgeschalteten Duckmäuser, sondern Mitglieder mit Sachkenntnis und Mut zur eigenen Meinung", sagt Oberem. Für den 52-jährigen Wimmers selbst ist der Schritt naheliegend. Für ihn sei von Anfang klar gewesen, dass er sich weiter politisch betätigen wolle.

Offenbar war nicht allein die FWG an seiner Mitarbeit interessiert. "Aufgrund ihrer inhaltlichen Ausrichtung war es jedoch naheliegend, das Gespräch mit der FWG zu suchen", so Wimmers. Gegeben hat es dann nicht nur ein Gespräch, sondern mehrere. "Wir haben Herrn Wimmers keine Offerte gemacht. Wir kennen ihn ja seit langem. Trotzdem war es wichtig, gründlich abzuklopfen, ob es passt", sagt Erich Oberem. Wimmers nennt als seine Themenschwerpunkte Ordnung und Sicherheit, Wirtschaft, Verkehr und die Hochschule.

Die hatte er eigentlich für die CDU vertreten wollen. Wimmers bewarb sich für die Christdemokraten, deren Mitglied er seit über 30 Jahren ist, um ein Ratsmandat, unterlag aber dem Vorsitzenden der Jungen Union, Martin Heinen, deutlich. Es war nicht die erste parteiinterne Niederlage.

Schon 2009 hatte sich der Rechtsanwalt in seiner Partei vergebens um ein Ratsmandat beworben. Damals zog er seine Kandidatur in der entscheidenden Abstimmung selbst zurück, nachdem er mit Anette Bonin eine Gegenkandidatin bekommen hatte. Zuvor hatte er zehn Jahre im Rat gesessen. 2004 war er nach sehr gutem Ergebnis im ersten Wahlgang zwei Wochen lang gefühlter Oberbürgermeister der Stadt, verlor aber im zweiten Wahlgang sensationell gegen Norbert Bude (SPD).

Dass er sich gleichwohl noch einmal um das Amt des Oberbürgermeisters bewirbt, erklärt Wimmers so: "Es gibt Parteien, die spielen bei der OB-Wahl auf Sieg und welche, die spielen auf Platz. Das kann man nicht miteinander vergleichen." Auch als FWG-Ratsherr könne er ein unverkrampftes Verhältnis zu seinen früheren Parteifreunden pflegen. "Im kommunalen Bereich sind die meisten Fragen doch unideologisch. Wir kämpfen alle gemeinsam für die besten Lösungen für Mönchengladbach", sagt der 52-jährige Wimmers.

Dass die FWG dies nach der Wahl im kommenden Mai sogar Seite an Seite mit der CDU tun könnte, ist indes unwahrscheinlich. Erich Oberem sagt zwar, die FWG stünde nach der Wahl zu Gesprächen mit allen Parteien bereit — "auch mit der Linken, wenn die das wollen". Die Wähler erhofften sich die FWG allerdings als unabhängige Größe, die eigenständig und frei von jedem festgeschriebenem Kooperationsvertrag agiert, glaubt Oberem. Der FWG-Gründer bezeichnet die Wählergemeinschaft gerne als "die wahre CDU". Entsprechend meint er die CDU, wenn Oberem von einer möglichen Oberbürgermeister-Kandidatur von Stefan Wimmers für die FWG Stellung bezieht. Oberem: "Eines kann ich versichern: Die FWG wird ihrem Kandidaten auf jeden Fall keine Knüppel zwischen die Beine werfen."

(RP)
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