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Mönchengladbach: Stefan Wimmers tritt aus der CDU aus

Mönchengladbach : Stefan Wimmers tritt aus der CDU aus

Er war 2004 OB-Kandidat der CDU und zuletzt Chef des wichtigen Stadtbezirksverbandes Nord: Am Montag erklärte Stefan Wimmers seinen Austritt aus der Partei. Er will kommunalpolitisch weiter aktiv bleiben.

Es war ein Abschied auf Raten, der ihm nach eigenen Worten schwer gefallen ist: Stefan Wimmers (52), 2004 noch Oberbürgermeister-Kandidat der CDU und damals gegen den seinerzeit nicht auffälligen Norbert Bude (SPD) in der OB-Stichwahl unterlegen, ist aus der christdemokratischen Partei ausgetreten. Am Wochenende hat der Rechtsanwalt sein Austrittsschreiben verfasst und es an die CDU gesandt. Am Montag schickte er noch ein Fax nach, weil Informationen an die Öffentlichkeit gedrungen waren. "Ich wollte nicht, dass die bisherigen Parteifreunde das aus den Medien erfahren", sagte Wimmers der RP. Zu den Gründen seines Ausstiegs: "Ich bin Sportler und habe Niederlagen erlitten, die Konsequenzen erforderlich machen. Und die habe ich gezogen."

Es war vermutlich die jüngste Niederlage, die ihn zum Rückzug bewogen hat: Als die CDU im Juli ihre Direktwahl-Kandidaten für die Kommunalwahl im Mai nächsten Jahres wählte, da ging Wimmers, immerhin Vorsitzender des wichtigen CDU-Stadtverbands Nord, in eine Stichwahl um den City-Wahlkreis gegen den eloquenten Vorsitzenden der Jungen Union, Martin Heinen. Wimmers unterlag — und diese Tatsache hat ihn "sehr nachdenklich" gemacht. Der 52-Jährige, seit 1981 Mitglied der CDU und seit 1985 in verschiedenen Funktionen der Partei tätig, grübelte — und zog einen Schlussstrich.

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"Ich habe keine Grundlage mehr gesehen, kommunalpolitisch für die CDU tätig zu sein. Und ich wollte selbst entscheiden und nicht von anderen in den politischen Ruhestand geschickt werden", sagt er. Die Bundestagswahl habe er noch abwarten wollen, weil er den Wahlkampf seiner jetzt Ex-Partei nicht stören wollte. Zunächst gab er das Amt als Vorsitzender des Stadtbezirksverbandes Nord auf, koordinierte eine Mitgliederversammlung, unterschrieb da aber bereits als "ehemaliger Vorsitzender". Aus dem Kreisvorstand wird er ausscheiden, ebenso aus der Mittelstandsvereinigung.

Stefan Wimmers schließt nicht aus, dass er sich einer anderen politischen Gruppierung zuwenden wird. Wimmers: "Ich bin ein politischer Mensch, habe eine konservative Grundhaltung und möchte kommunalpolitisch tätig bleiben. In der Kommunalpolitik ist eine politische Ideologie nicht ganz so entscheidend. Aber Nachtreten gegen die CDU wird es bei mir nicht geben." Sein Amt als Vorsitzender der Geschäftsleute-Vereinigung Citymanagement werde er behalten.

Der CDU-Kreisvorsitzende Günter Krings bedauert Wimmers Rückzug "sehr". "Das hatte sich angedeutet. Ich würde mich freuen, wenn er den Weg zurück zur CDU finden würde", sagt Krings.

(RP)