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Mönchengladbach: Stadt verhindert Sexshops und Bordelle am Bahnhof

Mönchengladbach : Stadt verhindert Sexshops und Bordelle am Bahnhof

Auch weitere Wettbüros und Spielhallen wird es rund um den Gladbacher Hauptbahnhof nicht mehr geben.

Zwischen Steinmetzstraße und Bahntrasse gibt es fünf Spielhallen, zwei Wettbüros, ein Haus, in dem Prostituierte arbeiten und einen Sexshop mit Kabinen. Und die bleiben dort auch, weil die Stadt sie einmal genehmigt hat. Weitere werden aber nicht dazu kommen.

So wird es der Planungsausschuss am 26. Februar mit dem Vorentwurf für einen Bebauungsplan auf den Weg bringen. Das ist insofern ungewöhnlich, als dass viele Städte vor allem Sexkinos und Prostitution in Wohngebieten ausschließen und sie lieber im Bahnhofsviertel, wo die Kunden diese Einrichtungen auch am ehesten vermuten, ansiedeln. Mönchengladbach will aber die Bahnhofsgegend zur Wohnadresse machen. Dieser Wunsch ist noch dringlicher geworden, seit durch den Ausbau der Steinmetzstraße eine Trasse entstanden ist, an deren Rand noch Platz für neue Häuser wäre. Interessenten für Büros und erst recht für Wohnungen lassen sich aber nur finden, wenn die Mischung des Viertels stimmt. Und die gerät aus dem Gleichgewicht, wenn der Anteil von Wettbüros und Sexkinos zu groß wird. Im schönsten Bürokratendeutsch heißt das, was die Stadt dort weiter zulassen will, "nicht störendes Gewerbe".

Das gilt demnächst für das Gebiet zwischen Europaplatz, Humboldtstraße, Steinmetzstraße, Breitenbachstraße und Bahntrasse. Auslöser für die Veränderung war eine konkrete Anfrage für eine weiteres Haus mit Zimmern für Prostituierte gewesen. Die Stadt hat einige Zeit gebraucht, um das von allen Parteien unterstützte Ansinnen in die Tat umzusetzen. Es war nicht ganz einfach, den Beschluss in eine juristisch unanfechtbare Form zu bringen.

Die Stadt argumentiert mit der besonderen städtebaulichen Funktion, die dem Vorplatz des Hauptbahnhofes zukommt. Er sei wie ein Eingang zur nördlichen Innenstadt und damit für Eicken. Die Struktur dieses Stadtteils, der sich immer mehr zu einem angesagten Szene-Viertel entwickelt, ist für die Stadtplaner besonders schützenswert. Zuletzt hätten sich in diesem Bereich besonders viele Vergnügungsstätten angesiedelt. Ansonsten gebe es an dieser Stelle hohen Leerstand — zu viel für so eine zentrale Lage. Die Stadt arbeitet derzeit an einem Vergnügungsstättenkonzept, das festlegen soll, wo in der Stadt künftig noch Spielhallen genehmigt werden.

(RP/jco)