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Zalando baut in Mönchengladbach: Im Regiopark droht ein Bus-Engpass

Zalando baut in Mönchengladbach : Im Regiopark droht ein Bus-Engpass

Der Montag war ein "Tag der Freude": So bezeichnete Oberbürgermeister Norbert Bude die Grundsteinlegung für das neue Zalando-Großlager im Regiopark, das 1000 neue Arbeitsplätze mit sich bringen wird. Insbesondere auf Niedrigqualifizierte sollen diese zugeschnitten sein.

Nur wie sie dereinst überhaupt zur Arbeit und zurück nach Hause gelangen sollen, ist unklar. Denn eine Ausweitung des Nahverkehrs in Güdderath wäre mit hohen Kosten verbunden und würde dem Haushaltssanierungsplan widersprechen. Das teilte die Stadt am Mittwoch in der Bezirksvertretung (BV) Süd mit.

Im November hatte die Verwaltung gemeinsam mit der Gemeinde Jüchen und der Wirtschaftsförderung eine Umfrage bei den bereits ansässigen Unternehmen durchgeführt, um den Bedarf eines besseren Busangebots zu ermitteln. Ergebnisse: Ein Großteil der Beschäftigten ist vom ÖPNV abhängig, weil alleine 54,3 Prozent der Antwortenden keinen Führerschein haben. Der Bus — bisher bindet nur die Linie 002 den Regiopark an — ist für etwa zwei Drittel aller in Mönchengladbach wohnenden Antwortenden die einzige Möglichkeit für den Weg zur Arbeit. Wegen des Schichtbetriebs wäre eine Ausdehnung der Busfahrten in die Abendstunden vonnöten, und da nur 41,4 Prozent der Antwortenden an der Linie 002 wohnen, wäre folglich auch eine Verlängerung der Betriebszeiten der daran anschließenden Linien notwendig.

Die Fachverwaltung bezeichnet die genannten Änderungen als "notwendig" — nur zu finanzieren seien sie eben nicht. Das gelte aller Voraussicht nach selbst für den Fall, dass sich die ansässigen Unternehmen unter anderem durch Jobtickets finanziell an der ÖPNV-Anbindung beteiligen. Die entsprechenden Gespräche würden derzeit geführt, hieß es weiter.

Eine leichte Verbesserung soll sich dadurch ergeben, dass die Linie 002 ab Juni in beiden Fahrtrichtungen über den Hauptbahnhof geführt werden soll. Darüber hatten gestern die Politiker in der BV Nord abzustimmen. Dadurch sollen nicht zuletzt die Umsteigebeziehungen für Fahrgäste zur Hochschule und zum Regiopark verbessert werden. Steigende Einnahmen durch die erwartete Fahrgastzunahme sollen die Mehrkosten ausgleichen. Dasselbe gilt für die Verlängerung der Linie 015 von der bisherigen Endhaltestelle "Wehresbäumchen" bis zur "Hardter Waldstraße" ab Juni. Auch sie war Thema in der BV Nord.

(RP/rl)