1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Das BIS-Kulturzentrum soll in einen Neubau auf dem Abteiberg ziehen

Mönchengladbach : BIS-Zentrum soll auf den Abteiberg ziehen

Mehrheitlich sprach sich der Kulturausschuss für die Idee der Groko aus. Die Verwaltung muss nun eine Planung erarbeiten.

Am Ende waren es drei Anträge in gleicher Angelegenheit, über die die Mitglieder des Kulturausschusses zu befinden hatten. Da lag zunächst die bereits bekannte Vorlage der Verwaltung „Sanierung der Liegenschaften Bismarckstraße 97 und 99 (BIS-Zentrum)“ vor. Der zweite Antrag kam als Tischvorlage von CDU und SPD mit der Aussage „Das BIS-Zentrum für offene Kulturarbeit (BIS) verlagert seine Aktivitäten in eine neu zu schaffende Räumlichkeit im Bereich des Abteibergs“. Und dann beantragte Natascha Stephan von der FDP die Zurückstellung des Tagesordnungspunktes in den nächsten Ratszug. Für ihren Vorschlag fand sich keine Mehrheit.

Seit 2008 ist das Haus Bismarckstraße 97 bis auf den großen Saal im Erdgeschoss wegen statischer Probleme geschlossen. Das heißt: Seit mehr als zehn Jahren muss der gemeinnützige Verein, der sich um das Programm und das Leben im BIS-Zentrum kümmert, mit dem eingeschränkten Raumangebot zurechtkommen. Die Verwaltung hatte bereits im vergangenen Jahr drei Sanierungs-Konzepte für die beiden Häuser vorgelegt. Die Politik entschied sich für die teuerste Variante – die Komplettsanierung beider Häuser. Dafür sind im Haushalt gut 2,1 Millionen Euro eingestellt.

Dieter Breymann, kulturpolitischer Sprecher der CDU, und sein Kollege Ulrich Elsen von der SPD begründeten ihren Vorstoß, das BIS-Zentrum von der Bismarckstraße in die Nähe des Museums zu rücken: „Wir wollen die Oberstadt und den Abteiberg aufwerten“, sagten sie. In Zusammenhang mit der Umsetzung des Rahmenplans Abteiberg und den Maßnahmen aus dem „Integrierten Handlungskonzept“ (IHEK) biete sich die Möglichkeit, an zentraler Stelle in der Oberstadt eine Erweiterung der kulturellen Funktionalität vom Museum Abteiberg in Richtung Oberstadt herzustellen. „Mit den Projekten Maria-Hilf-Areal, Stadtbibliothek und dem Bau der Markthalle auf dem Kapuzinerplatz ermöglicht die Öffnung einer mit kulturellen Angeboten bestückte Achse zum Museum und zum Münster die Komplettierung der Oberstadt zu einem Gesamtensemble“, so Elsen und Breymann.

Im Bereich der geplanten Verbindung, die baulich zwischen der Hindenburgstraße und dem Museum entstehen soll, soll das BIS ein neues Zuhause finden. „Wir haben den Vorstand des BIS-Vereins von Anfang an einbezogen.“ Außerdem habe es auch bereits Gespräche mit dem Planungsdezernenten Gregor Bonin gegeben. „Der Dezernent hat uns zugesichert, dass der Umzug in einen Neubau möglich ist, und die BIS-Leute stimmen uns zu und sehen in der Verlagerung eine große Chance.“

Dass der Plan gewisse Risiken birgt, stritten die beiden kulturpolitischen Sprecher nicht ab. „Aber wir müssen jetzt handeln, die Kosten müssen ermittelt werden – wir sind bei den BIS-Leuten im Wort.“ Sollte sich bis Ende des Jahres herausstellen, dass eine Verlagerung des BIS-Zentrums nicht realisierbar ist, käme die Verwaltungsvorlage wieder auf den Tisch, und die Komplettsanierung der beiden Häuser an der Bismarckstraße werde durchgeführt.

Nach engagierter Diskussion wurde dem Antrag der Groko bei vier Enthaltungen zugestimmt. Die Verwaltung hat nun den Auftrag, bis zum Frühjahr eine Planung für das Konzept vorzulegen.