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Ausstellungsprogramm 2019 im Museum Abteiberg Mönchengladbach

Mönchengladbach : Spannendes im Museum Abteiberg

Ausstellungen, Konzerte, Neues für die Sammlung: Auch das kommende Jahr hält Spektakuläres in den Räumen des Hollein-Hauses bereit. Und wieder sind es Künstlerinnen, auf die die Museumsdirektorin das Augenmerk lenkt.

Hinter dem Team des Museums Abteiberg liegt ein erfolgreiches Jahr mit spektakulären Ausstellungen. Da war die Präsentation „2000“ von Henrike Naumann. Laurie Parsons legendäre Arbeit „A Body of Work“ wurde in einem der Kleeblatt-Räume rekonstruiert. Und Britta Thie schuf mit „Powerbanks“ eine Verbindung zwischen dem Minto und dem Museum. Sie schaffte es, dass deutlich mehr Jugendliche den Weg ins Museum fanden. Die aktuelle Ausstellung „Der Schrank des Ramon Haze“ ist noch bis zum 24. Februar zu bestaunen.

Noch bis Mitte Januar ist „Die Zukunft der Zeichnung: Algorithmus - Das Neue in der Sammlung Etzold - Folge 2“ zu sehen. Anfang Februar geht es dann mit Folge 3 weiter: „Die Zukunft der Zeichnung: Konzept“. Zu sehen sind Werke aus den 1960er und 1970er Jahren von Christo, Marcel Broodthaers, Stanley Brouwn, Hanne Darboven, Marcel Duchamp, Michael Heizer, Sol LeWitt und Konrad Sieben sowie eine zeitgenössische Position: Thomas Locher ist mit einer ortsspezifischen Arbeit vertreten und realisiert im Museumscafé anlässlich dieser Ausstellung eine Wandarbeit.

Ab dem 26. Mai wird die Museumsbesucher eine spezielle Serie erwarten: Cécile B. Evans (geboren 1983) „Amos‘ World“. Es handelt sich um eine fiktive Fernsehserie, die von einem Architekten und den Gefühlen der Bewohner seiner Gebäude handelt. Sie spielt in Wohnkomplexen der Nachkriegsmoderne, idealistischen Großarchitekturen aus Beton. In einer filmischen Montage von realen und medialen Räumen entsteht ein Szenario, das zugleich gegenwärtige Wirklichkeit und fiktionale Zukunft ist. Mittels filmischer Animation werden Protagonisten kreiert, die sich als Chimären aus realen und gerenderten Konturen zeigen, dabei zumeist einsam sind und oft weinen, der Architekt Amos gleichermaßen wie die Bewohner.

Am 29. Juni gibt es Amnesia Scanner bei einem Konzert für die Ensemblia 2019 zu hören. Das Elektronik-Musik-Duo Amnesia Scanner ist zurzeit weltweit in wichtigen Konzerten und Festivals präsent, ihre aktuellen Produktionen werden vielfach als posthumane Musik bezeichnet. Die in Berlin lebenden finnischen Musiker Ville Haimala und Martti Kalliala treten sowohl im Musikkontext als auch im Kunstkontext auf und hatten frühe Auftritte etwa 2015 im PS1 des New Yorker Museum of Modern Art. 2018 erschien das Album „Another Life“ mit dem dritten artifiziellen Bandmitglied Oracle.

Die Ausstellung „Tour de Madame/Libertine“ von Jutta Koether wird ab dem 13. Oktober im Museum Abteiberg zu finden sein. Jutta Koether, eine der wohl einflussreichsten Künstlerinnen der Gegenwart, plant für das Museum ein Projekt, das in die Sammlung eindringt. Ausgangspunkt ist der 2016/17 entstandene Gemälde-Zyklus Tour de Madame, den sie kürzlich in ihrer großen Werk-Retrospektive in München als jüngstes Werk präsentierte. Ursprünglich eine Antwort auf Cy Twomblys Lepanto-Zyklus wird Koether diesen Gemäldekomplex nochmals neu im Museum Abteiberg installieren und ihn zum großen Denk- und Drehmoment für die dortige Sammlung entwickeln.

Neben den Ausstellungen und anderen Aktivitäten im Museum geht es auch um die Entwicklung des Standortes. Nach vielen künstlerisch experimentellen Projekten des Museums Abteiberg in der Stadt ist nun ein großer städtebaulicher Plan für den Abteiberg in Vorbereitung, der eine bessere Anbindung des Museums an die Stadt schaffen soll.

Das Museum Abteiberg freut sich auch über eine großzügige Schenkung der Familie Hoffmann. Solange Erika und Rolf Hoffmann in Mönchgladbach lebten, fühlten sie sich dem Museum eng verbunden und unterstützten es nach Kräften. Insgesamt sechs Werke von Isa Genzken, Felix Gonzalez-Torres / Christopher Wool, Mike Kelley, Gordon Matta-Clark und Steve McQueen gehen in die Sammlung des Museums Abteiberg ein. Diese Werke werden der Öffentlichkeit im ersten Quartal des Jahres, im Beisein der Familie Hoffmann, vorgestellt

Im Frühjahr 2019 erscheint eine umfassende Publikation zur Ausstellungsgeschichte 1967 bis 1978 im alten Städtischen Museum an der Bismarckstraße. Die Düsseldorfer Kunsthistorikerin Susanne Rennert (gemeinsam mit Susanne Titz und Olivier Foulon Kuratorin der Ausstellung „Von da an“) erarbeitet erstmalig die archivarischen Materialien und Dokumente zur legendären Ära des Museumsdirektors Johannes Cladders. Sie versammelt neben allen Ausstellungen auch eine Darstellung der kompletten Reihe der Kassettenkataloge, die Cladders von 1967 bis 1978 produzierte.