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Mettmann: Flintrops Lebensspuren

Mettmann : Flintrops Lebensspuren

Wilfried Meiswinkel ist dem Weg des Mettmanner Märtyrers gefolgt. Aus den Ergebnissen seiner Recherchen setzt er im Johanneshaus ein biografisches Bild des Kaplans zusammen.

Die Straße, die seinen Namen trägt, führt mitten in das Herz von Mettmann. Dort, wo Kaplan Johannes Flintrop einst gewirkt hat. Wilfried Meiswinkel, der Vorsitzende der Kolpingfamilie, hat sich 70 Jahre nach dem Tod des Priesters auf Spurensuche in den Archiven gemacht und ist der Biografie des Katholiken nachgegangen, der 1942 im Konzentrationslager Dachau ermordet wurde.

Gegen die Nazis eingestellt

"Aus den Protokollen geht hervor, dass er deutlich klarer gegen die Nationalsozialisten Position bezogen hat, als bisher bekannt", sagte Wilfried Meiswinkel bei der Präsentation seiner Nachforschungen im Johanneshaus. Detailliert zeichnete er dort das Leben und Wirken von Johannes Flintrop nach, der als Hans-Willy Flintrop am 23. Mai 1904 in Barmen zur Welt kam. "Seine Familie nannte ihn auch immer nur Hans", berichtete ZeitzeuginMargarete Abel.

Meiswinkel haben besonders die Berichte von Johannes Flintrop aus dem Polizeigefängnis schockiert. "Einerseits spricht aus ihnen ein großer Lebensdurst und gleichzeitig die Demut, sein Schicksal anzunehmen. Diese Spannung ist sehr berührend." Er zitierte aus den erhaltenen Dokumenten von 1942: "Und dabei höre ich das Leben draußen, die Menschen lachen und reden, die Straßenbahn. Dann quillt in mir eine Sehnsucht oder Heimweh in mir hoch, dass ich meine, ich könnte es nicht länger ertragen. Ich kann verstehen, wenn sich jemand in der Zelle das Leben nimmt, es ist immer ein Akt der Verzweiflung. Aber ich suche immer wieder Kraft und Mut im Gebet und im Gedanken daran, dass viele andere gleich mir als Ehrlose und Ausgestoßene in den Gefängnissen, Zuchthäusern und KZ-Lägern schmachten." Zuvor hatte er in seinen Predigten immer wieder dem Nationalsozialismus und seinem Führerkult die Stirn geboten. Offensiv stellte sich der junge Priester auch nach seiner ersten Haft 1940 gegen das Regime und seine Repräsentanten.

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"Während der Messe standen immer Gestapobeamte in der Kirche und schrieben die Predigt mit", berichtete Margarete Abel. Diesen Beamten im grünen Ledermantel rief Johannes Flintrop einmal zu: "Jetzt kommt etwas für Sie, schreiben Sie gut mit."

(domi)