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Mettmann: An(ge)dacht: Gott schenkt uns Kraft

Mettmann : An(ge)dacht: Gott schenkt uns Kraft

Der morgige Sonntag hat den liturgischen Namen "Jubilate" – eine Aufforderung an uns, zu jubeln, zu singen und zu tanzen: Wir sollen die Osterfreude, die Freude über Jesu Auferstehung, in unseren Alltag hinein nehmen und uns von ihr anstecken lassen.

Der morgige Sonntag hat den liturgischen Namen "Jubilate" — eine Aufforderung an uns, zu jubeln, zu singen und zu tanzen: Wir sollen die Osterfreude, die Freude über Jesu Auferstehung, in unseren Alltag hinein nehmen und uns von ihr anstecken lassen.

Vielleicht ist Ihnen aber gerade nicht nach Jubeln zumute und Sie stehen nicht schon morgens singend unter der Dusche... vielleicht sind Sie niedergedrückt von all dem, was gerade heute Ihr Leben schwer macht... Ich bin Pastorin in einem Krankenhaus und höre viele Geschichten von Menschen, die zurecht über das klagen, was sie niederdrückt, seien es nun gegenwärtige Schmerzen oder Sorgen um Angehörige oder schlimme Erlebnisse aus der Vergangenheit, die ihre langen "Finger" in ihre Gegenwart ausstrecken und sie auch heute noch erreichen. Aber ich höre und sehe auch Zuversicht und großen Mut und Fröhlichkeit — und manchmal bei genau den Menschen, die es schwer haben, und da frage ich mich: "Was gibt uns Kraft gerade angesichts von Kummer?"

Mein Antwort-Versuch: Ganz bestimmt nicht solche Sätze wie "Das wird schon werden!" oder " Jetzt nimm doch nicht immer alles so schwer — anderen geht's doch auch nicht besser!". So was tröstet nicht. Das Leid "klein machen" macht das Leid nicht kleiner. Aber die Zusage, dass Gott dem Tod das Leben entgegengesetzt hat, macht die Menschen, die an ihn glauben, zu Fürsprechern für das Leben — für das fremde Leben und für das eigene Leben. Dem schweren Gewicht der Depression wird ein anderes Gewicht auf die benachbarte Waagschale gegenüber gelegt, und Gott sagt uns zu: "Ich bin stärker, mein Gewicht ist größer. Und ich richte dich auf und stärke dir deinen Rücken und hebe deinen Kopf — an jedem Tag." Gott schenkt uns an jedem Tag Auferstehungskraft, auch gegen den Anschein. Und die kann uns fröhlich sein lassen mit allen Sinnen — vielleicht mit Singen im Krankenhaus.

Anette Glimm-Kriegsmann, Krankenhausseelsorgerin der ev. Kirchengemeinde Mettmann

(RP/jco/rl)