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Meerbusch: Die Sechs-Millionen-Euro-Baustelle

Meerbusch : Die Sechs-Millionen-Euro-Baustelle

An der Dorfstraße in Büderich entsteht im Schatten der Mauritius-Kirche ein großer Wohn- und Geschäftskomplex. Der Bauverein investiert sechs Millionen Euro in die "Dorfresidenz am Pfarrgarten". Im Sommer 2014 soll der Bau fertig sein

So haben die Meerbuscher die Mauritiuskirche noch nie gesehen. Von der Dorfstraße aus eröffnet sich ein Jahrhundertblick auf das Gotteshaus — nachdem das alte Wohnhaus neben der Kirche abgerissen wurde. Der Meerbuscher Bauverein plant im Schatten des mit 53 Metern höchsten Gebäudes der Stadt einen Wohn- und Geschäftshauskomplex. "Dorfresidenz am Pfarrgarten" soll das neue Gebäude heißen. "Insgesamt investieren wir rund sechs Millionen Euro", erklärt Bauverein-Geschäftsführer Peter Wulbeck. Im Sommer nächsten Jahres soll das L-förmige Gebäude eröffnet werden.

Ein Jahrhundertblick: So frei wird die Büdericher Mauritius-Kirche zumindest in den kommenden Jahrzehnten nicht mehr zu sehen sein wie hier von der Ecke Dorfstraße/Am Pfarrgarten. Foto: ulli dackweiler

Die Planung sieht im Erdgeschoss überwiegend gewerbliche Nutzung durch Einzelhandel vor. "Insgesamt sind sechs bis acht gewerbliche Einheiten vorgesehen", kündigt Wulbeck an. Die Größen der Ladenlokale, die mit bodentiefen Schaufenstern ausgestattet werden sollen, reichen von 75 Quadratmetern bis zu 240 Quadratmetern. Klar ist: "Ein Discounter oder ein Drogeriemarkt wird sich nicht ansiedeln, eher Geschäfte, die die Passanten zum Bummeln einladen", sagt Wulbeck. Damit die Passanten auch vom Parkplatz auf der anderen Straßenseite gut zu dem Wohn- und Geschäftshaus kommen, soll mittelfristig die Dorfstraße um eine Verkehrsinsel erweitert werden.

Es gebe bereits zahlreiche Interessenten für die Ladenlokale, erklärt der Bauverein-Geschäftsführer. "Verträge wurden noch keine unterzeichnet. Uns ist ein guter Branchenmix wichtig." Zusätzlich soll im Trakt in Richtung Pfarrgarten ein 76 Quadratmeter großer Büro- oder Praxistrakt mit drei Büros und einem Empfangsraum entstehen.

Die oberen Etagen sind dem Wohnen vorbehalten. "Dort entstehen 20 altengerechte Wohnungen, die alle barrierefrei konzipiert sind", sagt Wulbeck. Die Wohnungsgrößen variieren von 62 Quadratmeter großen Zwei-Zimmer-Wohnungen bis zu Vier-Zimmer-Wohnungen mit rund 110 Quadratmetern. "Es wird vier separate Hauseingänge geben, so dass an jeden Eingang immer nur vier bis fünf Wohnungen angeschlossen sind", erklärt der Bauverein-Geschäftsführer. "So kann sich leichter echte Nachbarschaft entwickeln." Jedes der Treppenhäuser verfüge über einen eigenen Aufzug. Das Gros der Wohnungen liegt in der Größenordnung von 79 bis 83 Quadratmetern — es gibt 14 dieser Drei-Zimmer-Wohnungen. Hinzu kommen je drei Zwei- und je drei Vier-Zimmer-Wohnungen. Die Balkone in Süd-West-Ausrichtung befinden sich an der Rückseite. Aktuell gebe es mehr als 40 ernsthafte Interessenten für die Wohnungen.

Der Bauverein hatte einen Architektenwettbewerb für den Neubau ausgelobt, der umgesetzte Plan fußt auf dem Siegerentwurf. Er sieht eine zweieinhalbgeschossige Bebauung entlang der Dorfstraße vor; zum Pfarrgarten hin gibt es einen viergeschossigen Eckturm. Er liegt weiter von der Straßenseite weg als die Ladenzeile. "So ergibt sich Raum für einen kleinen Platz", erklärt Wulbeck. Die "Dorfresidenz" soll mit rot-braunen Klinkersteinen verblendet werden und sich damit der Nachbarbebauung anpassen. "Die Mauritiuskirche gibt uns den dunklen Rotton vor", sagt Wulbeck. Nach den Abbrucharbeiten sollen in dieser Woche die Vorbereitungen für die Baugrube beginnen. "Dazu werden große Stahlträger in den Boden eingebracht, damit der Bürgersteig nicht abrutscht", erklärt Wulbeck.

Unter das Wohn- und Geschäftshaus wird eine Tiefgarage gebaut. Bis zum Sommer 2014 soll die "Dorfresidenz" stehen. Dann ist es vorbei mit dem Jahrhundertblick auf die Mauritiuskirche — wenn auch nicht ganz. Wulbeck: "Der Neubau tritt gegenüber der bisherigen Bebauung etwas weiter zurück, so dass der Bürgersteig breiter wird — und damit auch mehr Sicht auf die Mauritiuskirche zulässt."

(RP)