Meerbusch: Konverter: Brandbrief an Volker Kauder

Meerbusch: Konverter: Brandbrief an Volker Kauder

Der Meerbuscher CDU-Vorsitzende Werner Damblon kritisiert die Haltung der Bundesregierung zum geplanten Doppel-Konverter

In deutlichen Worten hat Meerbuschs CDU-Vorsitzender Werner Damblon jetzt den Gesetzentwurf der schwarz-gelben Bundesregierung zum Netzausbau kritisiert.

In einem Brief an den Vorsitzenden der CDU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, schreibt Damblon: "Seit Monaten ist der im Netzentwicklungsplan für Meerbusch-Osterath vorgesehene Bau einer Doppel-Konverteranlage zur Umwandlung von Gleich- und Wechselstrom das beherrschende politische Thema in unserer Stadt."

Leider habe die Bundesregierung die Initiative des Bundesrates zurückgewiesen, die Netzverknüpfungspunkte im Rahmen der anstehenden Fachplanung noch ändern zu können, so Damblon.

"Ich habe für die Haltung der Bundesregierung — wie die weitaus meisten Bürgerinnen und Bürger in Meerbusch — kein Verständnis", schreibt der Meerbuscher CDU-Fraktionsvorsitzende — und nimmt den Vorsitzenden der CDU-Bundestagsfraktion in die Pflicht: "Sehr geehrter Herr Kauder, ich bitte Sie deshalb sehr herzlich: Sorgen Sie im nun anstehenden Gesetzgebungsverfahren dafür, dass der Bundestag der Anregung des Bundesrates folgt, die Alternativprüfung im Gesetz verankert sowie der Ausweitung des Suchradius zustimmt und somit die frühzeitige Festlegung des Konverter-Standortes Meerbusch-Osterath verhindert."

In der letzten Aprilwoche soll das Parlament das Gesetz beschließen. Zuvor wird es erneut beraten. Der energiepolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Oliver Krischer, hat bereits angekündigt, dass seine Fraktion einen Änderungsantrag stellen wird, der identisch ist mit den Anregungen des Bundesrates. Meerbuschs CDU-Bundestagsabgeordneter Ansgar Heveling sprach sich ebenfalls gegen den Bau des Konverters in Osterath aus.

"Ein Suchradius von lediglich zehn Kilometern für einen alternativen Standort — wie von der Bundesregierung zugestanden — ist für ein solch dicht besiedeltes Gebiet ... viel zu eng bemessen", kritisiert auch Damblon. "Mögliche Alternativstandorte im nahe gelegenen Braunkohlerevier könnten so erst gar nicht untersucht werden." Möge der Standort Osterath aus technischer Sicht auch sinnvoll sein, sei er dennoch "völlig falsch gewählt", so Damblon in seinem Schreiben an Kauder. "Eine solche Großanlage darf nicht in direkter Nachbarschaft zu einem Wohngebiet gebaut werden! Gerade bei einem so sinnvollen und wichtigen Projekt wie der Energiewende kommt es doch darauf an, die Bürgerinnen und Bürger zu überzeugen, statt Widerstände wegen nicht nachvollziehbarer Entscheidungen zu provozieren."

Der Netzbetreiber Amprion hatte Osterath als technisch bestgeeigneten Standort für den geplanten Doppelkonverter mit einer Grundfläche von 100 000 Quadratmetern und bis zu 20 Meter hohen Hallen bezeichnet. Zuletzt beteiligten sich rund 2000 Meerbuscher an einer Menschenkette, um gegen den Bau zu protestieren.

(RP/ila/top)
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