Judo: Der Traum heißt Olympia

Judo: Der Traum heißt Olympia

Merle Grigo holte bei den Deutschen Judo-Meisterschaften die Silbermedaille – als 13-Jährige in der Klasse U 17.Die Langenfelderin, die im Endkampf etwas zu viel wollte, hat noch mehr Talente und ein großes Ziel im Hinterkopf.

Der ganz große Wurf blieb Merle Grigo vom Judo-Club Langenfeld (JCL) am Ende noch verwehrt. Trotzdem ist sie mit ihrer Silbermedaille bei den Deutschen Meisterschaften U 17 am Nürburgring "total zufrieden". Schließlich musste die 13-Jährige, gerade erst in die Klasse U 17 aufgerückt, gegen teilweise drei Jahre ältere Konkurrentinnen antreten. Vielleicht war es gerade dieses fehlende Quäntchen Erfahrung, das sie im Endkampf der Gewichtsklasse bis 40 Kilo zu höherem Risiko verleitete.

"Im Finale wollte ich etwas zu viel", erklärt Merle, die so in zwei Schulterwürfe ihrer Gegner Sophie Schmidt lief (Berlin). Und trotz aller Freude über den guten zweiten Platz verliert die Schülerin des Langenfelder Konrad-Adenauer-Gymnasiums ihr nächstes Vorhaben nicht aus den Augen – und über kurz oder lang soll es der Titel sein. "Ich hoffe, dass es irgendwann mal zum ersten Platz reicht. Ich habe mich jetzt von Jahr zu Jahr gesteigert und bin deshalb zuversichtlich", sagt Merle.

Was Trainer Jens Kaiser sagt

Einen Sieg hätte ihr Trainer Jens Kaiser bereits am Nürburgring zugetraut. "Anfangs war es unser Ziel, überhaupt bei den Deutschen mitmachen zu dürfen", erklärt der Coach, "aber im Turnier hatte ich das Gefühl, dass sie es schon jetzt schaffen kann." Kaiser ist felsenfest davon überzeugt, dass Merle "ihren Weg gehen wird". Und die Silbermedaille im ersten U-17-Jahr sei sowieso was Außergewöhnliches.

An Förderung für die nächsten Aufgaben dürfte es ohnehin kaum fehlen – im Gegenteil. Als Vizemeisterin verdiente sich Merle Grigo die Aufnahme in den Kader des Deutschen Judo Bundes (DJB). Und die Bundestrainerin versucht zurzeit sogar, für die Langenfelderin eine Sondergenehmigung zum Start bei den Europameisterschaften in Teplice (Tschechien) zu bekommen – wozu Merle eigentlich zu jung ist.

Judo-Training steht fünf Mal pro Woche auf dem Programm, am Wochenende gibts dazu Lauf-Einheiten oder Turniere. Darüber hinaus findet Merle Grigo noch Raum für den Querflötenunterricht oder fürs Lesen. Außerdem trifft sie sich gern mit Freunden: "Wenn ich denn mal Zeit habe." Ganz heimlich denkt Merle außerdem an einen Start bei Olympischen Spielen: "Träumen ist immer erlaubt. Das wäre bestimmt ein großartiges Gefühl."

Ein passender Durchschnitt

"Nebenbei" bemüht sich Merle mit großem Erfolg um gute Noten in der Schule. Die Achtklässlerin möchte später Zahnärztin werden und arbeitet deswegen intensiv auf einen passenden Abi-Durchschnitt hin. Schule und Sport müssen demnach kein Gegensatz sein. Und vermutlich ist es dann nur eine Frage der Zeit, bis Merle Grigo auch den ganz großen Wurf schafft.

(RP)