Langenfeld: Äcker um drei Wochen zurück

Langenfeld: Äcker um drei Wochen zurück

Schnee und Dauerfrost bis in den März. Was bedeutet der lange Winter für unsere Landwirte. RP-Mitarbeiter Martin Mönikes sprach mit dem Langenfelder Landwirt Josef Aschenbroich

Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt …., das Volkslied passt kaum zur diesjährigen Wetterlage, oder?

Aschenbroich Nach dem strengen Winter mit fast drei Monaten Kaltluft sind wir im Vergleich zu sonstigen Jahren mit unseren Arbeiten drei Wochen zurück, in der Vegetation ist noch absoluter Stillstand. Normalerweise beginnen wir Ende Februar, Anfang März mit der Aussaat von Sommergerste und Zuckerrüben. Dennoch sind wir Bauern mit einem solch klassischen Winter nicht unzufrieden. Ich hoffe zum Beispiel, das wir nach dem teilweise strengen Frost weniger Ungeziefer antreffen.

Was bedeutet die späte Aussaat für Ertrag und Erntezeitpunkt?

Aschenbroich Die Natur holt diese Zeit auf, das heißt: geerntet wird zur gleichen Zeitpunkt wie sonst. Einerseits lässt eine längere Wachstumsphase grundsätzlich mehr Ertrag erwarten, andererseits hängt der Ertrag zusätzlich von vielen anderen Faktoren ab, auch von der Niederschlagsmenge. Kritischer als der verspätete Wachstumsbeginn wäre Trockenheit; Raps zum Beispiel braucht von der Saat bis zur Ernte 300 Liter/qm.

Wie stellen sie fest, dass es endlich losgehen kann?

Aschenbroich Die "Spatenprobe" zeigt, ob eine Bodenbearbeitung, also Pflügen, möglich ist. In Spatentiefe (30 bis 40 cm) wird mitten auf dem Feld Feuchtigkeit, Farbe, Struktur des Ackerbodens beurteilt. Es geht darum sicherzustellen, dass wir auf die Äcker fahren können, ohne das Bodengefüge mit den Rädern zu sehr zu verdichten. Sandige Böden wie in Richrath und Wolfhagen sind eher so weit als einzelne schattige Felder am Rand des Garather Waldes.

Wie haben Sie sich die lange Wartezeit vertrieben?

Aschenbroich Ich vermute, zu keiner Zeit haben sich die Bauern während des Winters gelangweilt. Traditionell werden diese Wochen für Reparaturen genutzt, dazu kommt die immer zunehmende Verwaltungs- und Büroarbeit. In meinem Fall kommt noch die Arbeit als Ortslandwirt für Langenfeld und Monheim dazu.

(RP)