Emmerich: Landwirte hoffen auf Frost

Emmerich: Landwirte hoffen auf Frost

Der Winter ist zu feucht und zu warm. Das ist schlecht für Bodenfrüchte. Sorgen bereitet Bauern auch die Schweinepest.

Es ist tiefster Winter. Der Blick aufs Thermometer lässt das jedoch nicht vermuten. Es ist viel zu warm für Januar. Die milde Witterung in Kombination mit den ausgiebigen Regenfällen der vergangenen Wochen bereitet jetzt vor allem den Landwirten der Region Sorgen.

"Wir kriegen keine Bodengare hin", sagt Josef Peters, der Vorsitzende der Kreisbauernschaft. Die entsteht, wenn ein gepflügtes Feld an der Oberfläche gefriert und der Frost Verdichtungen im Boden aufsprengt. So wird der Acker auf natürliche Weise aufgelockert, was wiederum Getreide wie Winterweizen gute Voraussetzungen fürs Wachstum liefert. Frost ist auf absehbare Zeit jedoch nicht zu erwarten. "Winterwetter ist auch auf lange Sicht hier am Niederrhein nicht in Sicht", sagt Hubert Reyers, Landwirt und Hobby-Meteorologe aus Kellen.

Für die Landwirte bedeutet das, dass sie nun die Nerven behalten müssen und nicht zu früh mit den tonnenschweren Traktoren auf den Acker fahren dürfen. Denn auf vielen Äckern steht, auch aufgrund des Hochwassers der vergangenen Tage, das Wasser. Würden die Trecker nun mit ihren breiten Reifen über den nassen Boden fahren, würde ihn das zu sehr verdichten und so für weniger Ertrag bei der Ernte sorgen. Wenn der Frost weiter ausbleibt, hätten die Bauern im Frühjahr einen erhöhten Aufwand, die Bodengare durch den Einsatz von Maschinen herzustellen.

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Josef Peters hat nicht nur seinen Berufsstand im Blick. "Für die gesamte Natur wäre gut, wenn bald Frost käme. Dann würde es im Frühjahr und Sommer auch nicht so viele Schädlinge geben", sagt er. Leider sei das Klima in den vergangenen Jahren ebenfalls sehr mild gewesen. "Im vergangenen Jahr hatten wir gerade einmal fünf Tage Bodenfrost, im Jahr davor gar keinen", betont Peters.

Außer dem fehlenden Frost treibt den Vorsitzenden der Kreisbauernschaft Kleve noch ein weiteres Thema um: die Afrikanische Schweinepest. Die Gefahr, dass der Erreger hier eingeschleppt wird, ist groß, sie wächst von Tag zu Tag", sagt Peters. In den Schweine haltenden Betrieben der Region sei die Sorge sehr groß, dass der Erreger auf den Bestand übertragen wird. Die Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich. Bei Schweinen verläuft die Erkrankung aber in fast allen Fällen tödlich. Es gibt keinen Impfstoff gegen die Seuche.

Weil das Virus von Wild- auf Hausschweine übertragbar ist, haben die Förster, auch am unteren Niederrhein, bereits Maßnahmen ergriffen. "Wir sind vom Ministerium aufgefordert worden, verstärkt Wildschweine zu bejagen", sagt Forstbeamter Stefan Spinner vom Hegering Goch. Vor allem im Reichswald zwischen Kleve, Kranenburg und Goch gibt es eine große Population. "Wir haben bereits gute Erfolge gehabt und viele Sauen erlegt", sagt Spinner.

(RP)