Hückeswagen: Landwirte freuen sich über den Frost

Hückeswagen: Landwirte freuen sich über den Frost

Die derzeitigen Gefrierschrank-Temperaturen bereiten den Landwirten keine Sorgen. Im Gegenteil: Die Kälte tut den Böden gut und macht Schädlingen den Garaus. Für die Arbeit im Freien packen sich die Bauern einfach warm ein.

Der Winter dreht in diesen Tagen richtig auf und bringt frostig kalte Temperaturen ins Oberbergische. "Uns Landwirte freut es, denn das Wetter kommt unseren Kulturen und Böden zugute", versichert Helmut Dresbach, Vorsitzender der Kreisbauernschaft. Das überrascht. Denn man könnte meinen, dass gefrorene Böden für Bauern eher eine schlechte Grundlage sind. "Die niedrigen Temperaturen wirken sich aber positiv auf die Bodenstruktur aus", erläutert Dresbach. Und auch Ortslandwirt Dietmar Strack stellt fest: "Es tut dem Boden auch mal gut, dass es richtig kalt ist." Doch warum ist das so?

In frostigen Nächten entsteht die sogenannte Bodengare. Dabei gefriert das im Boden enthaltene Wasser und dehnt sich aus. Große Erdklumpen werden dadurch zerteilt und zerkrümelt, der Boden wird also gelockert. "So bekommen wir perfekte Bedingungen für die anstehenden Frühjahrsarbeiten und die Aussaat der Feldfrüchte", sagt Dresbach. Einen weiteren Vorteil sieht Strack. "Der strenge Frost setzt den Schädlingen zu", sagt der Hückeswagener Ortslandwirt.

Für die vor dem Winter ausgesäten Pflanzen, wie zum Beispiel Winterweizen, sei die aktuelle Kälte aber kein Problem, im Gegenteil. "Durch die Kälte wird das Wachstum der Pflanzen angeregt, und das Wintergetreide bekommt den Reiz zum Schossen", betont Dresbach. Durch die tiefen Temperaturen erwachen die Pflanzen aus ihrer sogenannten Vegetationsruhe. Zu lange sollten die Kältefröste allerdings auch nicht anhalten, um Getreide und auch Grünland nicht zu schädigen. "Dafür muss es aber schon über einen längeren Zeitraum sehr kalt sein", sagt Strack und ergänzt: "Wir haben momentan halt Winter. Da muss man auch mit Frost rechnen." Die gefährlichen Fröste seien erst die im April und Mai, die über Nacht die jungen Pflanzen schädigen. Ändern kann man am Wetter aber sowieso nichts, und die Landwirte sind es seit jeher gewohnt mit der Natur zu leben und zu wirtschaften.

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"In den Ställen muss momentan darauf geachtet werden, dass die Tiere immer frisches Wasser und ausreichend Futter haben", sagt Dresbach. Denn zwischendurch könne schon mal eine Tränke einfrieren, die wieder aufgetaut werden muss. Und das Futter aus den Fahrsilos sei bei jedem Wetter zu bergen. "Aber damit können unsere Landwirte umgehen", sagt Dresbach.

Darüber hinaus nutzen die Bauern die trockenen und sonnigen Tage für andere Arbeiten. "Ich schneide zum Beispiel Äste an den Waldrändern, damit die Felder im Sommer gut zugänglich sind", berichtet Strack. Kalt wird dem Landwirt dabei nicht: "Einfach dick anziehen und gut." So sind Strack und die anderen Landwirte gut beschäftigt, während sie darauf warten, dass es wieder wärmer wird und sie mit den Frühjahrsarbeiten beginnen können.

(kron)