Heinsberg: Der Welt unter den Rock gucken - über die Vollkommenheit

Heinsberg: Der Welt unter den Rock gucken - über die Vollkommenheit

Ji-Hyun Bae, eine in Düsseldorf lebende Künstlerin aus Korea, stellt beim Kunstverein Heinsberg unter dem Titel "Der Spiegel der Königin" aus.

Objekte und Installationen der 1966 geborenen koreanischen Künstlerin Ji-Hyun Bae stellt der Kunstverein Region Heinsberg in seiner nächsten Ausstellung im Horster Hof in Unterbruch vor. Eröffnet wird diese am Sonntag, 15. April, um 11.30 Uhr. Die Künstlerin ist anwesend. Öffnungszeiten sind anschließend bis zum 6. Mai samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr.

Ji-Hyun Bae studierte Freie Malerei in Seoul und später an der Kunstakademie Düsseldorf bei A.R. Penck. Heute lebt und arbeitet sie in Düsseldorf. Der Titel der Schau in Heinsberg "Der Spiegel der Königin" gibt zunächst Rätsel auf. Die Erinnerung an ein deutsches Märchen wird geweckt. In "Schneewittchen" tritt die Königin wiederholt an den Spiegel heran, um zu hören, dass sie die Schönste im Lande sei, doch im Vergleich zu Schneewittchen muss sie verärgert in die zweite Reihe zurücktreten. Welcher Zusammenhang lässt sich aus der Quintessenz dieses Märchens und der in der Ausstellung gezeigten Objekte und der damit verknüpften Intention der Künstlerin herstellen? Die Künstlerin selbst sagt dazu in einer Pressemitteilung: "Der Wille des Menschen, vollkommen sein zu wollen, und die Realität, die es einem Menschen gewährt, vollkommen zu sein, kollidieren miteinander, da der Mensch diese beiden in Konkurrenz setzt." In den Objekten dieser Ausstellung tritt immer wieder ein ähnliches Sujet in unterschiedlichen Zusammenhängen auf. Kleider und Bekleidungen, gepaart mit Kugelvariationen, auf denen die Erdteile silhouettenhaft dargestellt sind, fordern zu Assoziationen heraus. Mal ist die genähte Erdkugel aufgeblasen, ein anderes Mal ist aus ihr die Luft entwichen. Dann schauen die Besucher mit Hilfe eines Spiegels unter den Rock eines Kleides und entdecken wieder die Umrisslinien der Kontinente . Kuratorin Ingrid Trantenroth-Scholz sagt zur Interpretation dieses Werks: "Wir reflektieren Innen- und Außenwelten und definieren uns darin als mehr oder weniger vollkommen. Manches verbergen wir, weil es nicht zu dem Bild passt, das wir von uns preisgeben möchten. Wir lassen uns halt nicht unter den Rock gucken."

(RP)