Krefeld Seidenweberfamilie Bruckmann

Albrecht Bruckmann wurde 1883 in Krefeld als Sohn des Viehhändlers Salomon Bruckmann und seiner Ehefrau Maria Mayer geboren und war von Beruf Seidenwarenhändler. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte er eine Seidenwarenhandlung gegründet, die er ab 1925 mit seinem Bruder Ludwig im Haus Südwall 61 betrieb. Das Geschäft war den Krefeldern als "Seidenbruckmann" ein Begriff. Verheiratet war Albrecht mit der 1892 in Warschau geborenen Mirjam Eisner. Das Ehepaar hatte drei Kinder: die 1922 geborene Anita, den 1924 geborenen Rudolf und die 1932 geborene Jenny. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise geriet das Geschäft ab 1930 in Schwierigkeiten, im Juni 1933 reiste die Familie nach Kopenhagen aus. Dort starb im Februar 1934 der Sohn Rudolf; daraufhin kehrten Albrecht Bruckmann und seine Familie wieder nach Krefeld zurück, wo sie ab Juni 1934 im Haus Südwall 34 wohnten. 1938 wurde Albrecht Bruckmann nach der Pogromnacht verhaftet und nach Dachau gebracht, als ehemaliger Frontkämpfer aber relativ schnell entlassen. Im September 1939 musste die Familie in die Hubertusstraße 159 umziehen, ein Judenhaus; am 19. August 1941 dann in das Judenhaus Gerberstraße 33. Am 11. Dezember 1941 wurde die Familie nach Riga deportiert, sie überlebte den Judenmord nicht. Laut Meldekarte sind sie am 9. Dezember 1941 "ausgewandert". Auch tauchen auf der Transportliste Mirjam und Jenny nicht auf.

(RP)
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